Die Türkei, Weltmeister der Flüchtlingshilfe

Meine Sommerferien verbrachte ich auch dieses Jahr wie immer in Deutschland. Zwei Wochen im Paradies, so erscheint mir Berlin. Nicht nur, weil ich dort geboren bin und die Stadt liebe, sondern auch wegen der allgemeinen Umstände. Die Leute haben Arbeit oder werden vom Staat versorgt, das öffentliche Nahverkehrssystem ist perfekt, die Krankenversorgung herausragend.

Berlin ist sicher, geordnet, nicht überlaufen und vergleichsweise billig. Noch immer kostet der Cappuccino in meinem Lieblingscafé Barrista im Prenzlauer Berg weniger als hier in Cihangir. Vom Bierpreis wollen wir gar nicht anfangen. Und wenn die Leute sich unterhalten, geht es um den neuesten Tatortkommissar, Beziehungen oder Urlaubspläne. Kurz gesagt: Den meisten Deutschen geht’s richtig gut.

In diese Idylle platzen nun Flüchtlinge aus den politischen und wirtschaftlichen Krisengebieten, und plötzlich scheint eines der reichsten und am besten geordneten Länder der Welt hoffnungslos überfordert zu sein. Vom „Panikthema“ der Deutschen schreibt Georg Diez auf Spiegel Online. Ich lese Berichte aus Dresden oder Bayern, in denen von Zeltlagern die Rede ist und von Zuständen schlimmer als im Kongo. Wie ist das möglich in einem der reichsten und besten geordneten Länder der Welt? Das Problem wird noch deutlicher, wenn man es mit der Lage in der Türkei vergleicht.

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Syrische Flüchtlinge im Lager nahe der türkischen Stadt Kahramanmaraş.

Kein anderes Land nimmt mehr Flüchtlinge auf

Die Türkei und Deutschland haben etwa die gleiche Einwohnerzahl (77 bzw. 80,6 Millionen). In Deutschland wurden im letzten Jahr rund 202.800 Asylanträge gestellt, davon 173.000 Erstanträge. Das waren in absoluten Zahlen die weitaus meisten in Europa (als nächste Länder kommen Schweden mit 81.300 Anträgen und Italien mit 64.600). Setzt man die Antragszahlen jedoch ins Verhältnis zur Bevölkerungsgröße, liegt Deutschland in Europa auf Platz sechs nach Schweden, Ungarn, Österreich, Malta und Dänemark. Weltweit kommt die Bundesrepublik laut UNO-Hilfswerk UNHCR sogar erst an 20. Stelle.

In diesem Jahr wird mit 400.000 bis 450.000 Erstanträgen auf Asyl gerechnet, das wären doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, wobei allerdings mehr als die Hälfte auf Menschen aus Balkanländern entfallen, die ganz überwiegend nicht aus politischen, sondern wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen und vermutlich wieder zurückgeschickt werden. Für sie muss man schnellstens angemessene Regelungen finden, wie sie mit der Deklarierung sicherer Herkunftsstaaten etwas spät im Gespräch sind; es müssen aber echte Verfolgte wie beispielsweise Roma aus Ungarn auch weiter anerkannt werden können. Doch in ganz Europa sind bisher nur rund 130.000 syrische Flüchtlinge angekommen, die in der Regel auch politisches Asyl erhalten.

Sehen wir uns nun die Türkei an. Das Land hat seit Ende 2011 rund zwei bis 2,5 Millionen Syrer aufgenommen, durchschnittlich also mehr als 500.000 Flüchtlinge pro Jahr. Laut UNHCR-Daten liegt die Türkei damit an der Spitze der Aufnahmestaaten weltweit. Kein anderes Land beherbergt so viele Flüchtlinge in absoluten Zahlen, danach kommen Pakistan, Libanon und Iran.

Die Türkei hat kein Asylantragsverfahren (außer für Flüchtlinge aus Europa), die Syrer werden als „Gäste“ bezeichnet und haben das Recht, sich in der Türkei aufzuhalten – ein Status, um den sie viele andere Flüchtlinge etwa aus dem Irak, dem Iran oder Somalia beneiden. Sie genießen weitgehende Freizügigkeit, und dürfen außerhalb der Camps arbeiten, soweit sie nicht in qualifizierten Berufen tätig sein wollen (auf die damit zusammenhängenden Probleme gehe ich hier nicht ein). Mindestens 200.000 Syrer arbeiten laut entsprechenden Studien bereits in der Türkei.

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Flüchtlingslager in Kahramanmaraş.

Flüchtlingslager: Von der Türkei lernen!

Etwa zehn Prozent der syrischen Flüchtlinge oder rund 250.000 Menschen sind in großen Zelt- oder Containerlagern untergebracht worden, die – soweit ich das nach dem Besuch von etwa zehn Camps beurteilen kann – erstklassig organisiert und ausgestattet sind. Es ist furchtbar, wenn man fliehen und im Lager leben muss, aber wenn, dann sollte man die Türkei wählen. Ich habe noch nie zuvor solche tollen Flüchtlingslager gesehen, und ich habe einige besucht. Schickt die Dresdner und die Bayern nach Kahramanmaraş, Kilis oder Gaziantep, um von den Türken zu lernen! Denn das Land ist der internationale Champion beim Flüchtlingslagerbau und -management.

Im Camp nahe der anatolischen Großstadt Kahramanmaraş ist beispielsweise das Geldproblem sehr pragmatisch und vorbildlich gelöst worden: Die Flüchtlinge bekommen eine Chipkarte, auf die jeden Monat eine bestimmte Summe Geld geladen wird, mit der sie dann in einem riesigen Supermarkt am Eingang des Camps einkaufen können. Dort gab es wirklich alles, auch frisches Obst und Gemüse in einer riesigen Auswahl und spezielle Lebensmittel, die Syrer bevorzugen.

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Supermarkt im Flüchtlingslager in Kahramanmaraş.

Im Prinzip kann sich jeder Flüchtling in der Türkei in einem Lager registrieren und hat dann Anspruch auf die dortigen Leistungen, also Unterkunft, Essen, sanitäre Einrichtungen, Chipkarte, kostenlose Krankenversorgung, Schule für die Kids. Wer nicht ins Lager will, der kann, soweit er sich bei der staatlichen Katastrophenhilfe AFAD registriert hat, immerhin Lebensmittel abholen und wird im Krankenhaus ebenfalls kostenlos behandelt.

Diese gewaltige Leistung hat die Türkei weitgehend aus eigener Kraft gestemmt. Laut Präsident Erdoğan wurden bisher rund 5,5 Milliarden Dollar für die syrischen Flüchtlinge ausgegeben, von denen nur 256 Millionen Dollar aus dem Ausland kamen. Im Januar waren offiziell 1,5 Millionen Flüchtlinge registriert, die vorübergehende Personalausweise bekamen, mehr als 350.000 syrische Kinder besuchten eine Schule (meist in den Lagern).

Drei Gruppen von syrischen Flüchtlingen

So weit, so gut. Außerhalb der Lager gibt es, grob gesagt, drei Gruppen von Flüchtlingen: Erstens die mehr oder weniger Wohlhabenden, die meistens der Mittelschicht oder der oberen Mittelschicht angehören und eine gewisse Summe Gold und Geld aus Syrien mitgebracht haben. Soweit sie das Geld nicht nutzen, um weiter nach Europa zu reisen, mieten sie Wohnungen in grenznahen Städten der Türkei wie Gaziantep, Mardin oder Şanlıurfa, am Mittelmeer in Antakya, Adana oder Mersin und natürlich in Ankara und Istanbul. Allein in Istanbul sollen 300.000 bis 400.000 Syrer leben. Weil ihr Geld nicht ewig reicht, versuchen die Mittelschichts-Syrer, so schnell wie möglich Arbeit zu finden, müssen dann aber oft mit sehr schlecht bezahlten Jobs vorlieb nehmen.

Die zweite Gruppe bilden all jene Syrer, die vielleicht nicht viel Geld haben, aber das Glück, Verwandte oder Clan-Mitglieder in der Türkei zu haben, die sie aufnehmen. So sind allein rund 150.000 Kurden syrische Kurden in Istanbul untergekommen, wo sie meistens in kurdisch dominierten Vierteln leben. Ähnliches gilt für Jesiden, christliche Gruppen und auch Alawiten, die von Netzwerken der türkischen Aleviten betreut werden. Diese Menschen wohnen zwar wie die erste Gruppe auch äußerst beengt (ich war mal in einer Zweiraumwohnung, in der zwei Familien mit rund 15 Personen lebten), sie haben aber die Chance, sich in die Nachbarschafts- und sonstigen Netzwerke ihrer jeweiligen Minoritäten zu integrieren und damit auch ihren Lebensunterhalt erwirtschaften zu können.

Schließlich bleibt die Gruppe der Habenichtse, die in Abrisshäusern, improvisierten Hütten, Armenvierteln oder auf der Straße leben (Letzteres ein Phänomen, das man zumindest in der Westtürkei zuvor kaum kannte). Diese Gruppe fällt am meisten auf, weil die Leute, um zu überleben, aufs Betteln angewiesen sind oder für Hungerlöhne arbeiten und damit das Lohnniveau gerade bei den einfachen Jobs drücken. Dusche und Toilette erledigen sie oft in den Moscheen. Sie könnten in die Camps gehen, tun dies aber aus verschiedenen Gründen nicht, weil sie beispielsweise befürchten, dort wegen ihrer Religion oder Ethnie von anderen Flüchtlingen angegriffen zu werden.

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Flüchtlingslager in Kahramanmaraş.

Beispiellose Toleranz

Allgemein sind unter dem Andrang die Mietpreise vor allem in der Grenzregion enorm gestiegen und gleichzeitig die Löhne für einfache Arbeiten abgestürzt – was inzwischen mehrfach zu Unruhen und Angriffen von Einheimischen auf die Fremden geführt hat. Flüchtlinge wurden beschimpft, verprügeln, mit Messern attackiert und auch Wohnungen angezündet. Insgesamt sind diese Taten aber extrem selten, obwohl die Menschen hier viel mehr zu verlieren haben als im reichen Deutschland. Wenn man nachfragt, warum die Bevölkerung der Türkei so viel Solidarität und Geduld aufbringt, wird das oft mit der Hilfsbereitschaft erklärt, die der Islam den Gläubigen gegenüber anderen Muslimen vorschreibt. Da ist sicher etwas dran.

Trotz einer zunehmenden Überzeugung, dass die Syrer wahrscheinlich nicht so schnell wieder verschwinden, gehen die Regierung und die Menschen in der Türkei tolerant mit den Flüchtlingsmassen um – obwohl diese in der Regel Araber sind und viele Vorurteile gegenüber Arabern bestehen. Und obwohl mit der MHP eine extrem nationalistische 17-Prozent-Partei existiert, wurde die Zuwanderung in den drei Wahlen der vergangenen anderthalb Jahre kaum populistisch ausgebeutet. Ich habe keine großen Plakate gesehen, auf denen etwa die Abschiebung der Syrer gefordert wurde. Die Flüchtlinge standen in keinem Wahlkampf im Vordergrund. Was ich erlebt habe, war eine MHP-Kundgebung in Adana, auf der die Redner forderten, alle Syrer in die existierenden Lager zu bringen, aber der Beifall war nicht frenetisch.

Offen rassistische „Ausländer raus!“-Parolen habe ich noch nie gehört und auch auf Hauswänden sehr selten aufgemalt gesehen. Viele Türken spenden Kleidung und Geld für die Syrer, eine Reihe islamischer und anderer NGOs kümmern sich um sie. Abgesehen von einigen Ausrutschern finde ich, dass die Menschen der Türkei mit der gewaltigen psychologischen, wirtschaftlichen und politischen Belastung durch die Flüchtlinge bisher absolut vorbildlich umgehen.

Das heißt nicht, dass es so bleiben muss, es gibt einige besorgniserregende Entwicklungen, aber immerhin: Trotz fast vier Jahren Flüchtlingswelle hat es bisher keine solchen massiven Angriffe wie in Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda oder Freital gegeben. Als ein Mob in Kahramanmaraş 2014 Jagd auf Syrer machte, weil sie angeblich abends zu viel Krach im Stadtzentrum veranstalteten, griff die Polizei ein und hatte die Lage schnell unter Kontrolle.

Menschenwürde und Bürokratie

Das Prinzip der türkischen Flüchtlingspolitik gegenüber den Syrern lautet: „Wenn ihr ins Lager geht, wird all-inclusive für euch gesorgt. Wenn ihr das nicht wollt, könnt ihr machen, was ihr wollt, solange ihr nicht gegen Gesetze verstoßt, aber außer der Basis-Gesundheitsversorgung auch nichts erwarten.“ Das ist so ziemlich das Gegenteil der deutschen Rundumversorgung mit ihrem gewaltigen bürokratischen Aufwand.

Man mag darüber streiten, welches System der Menschenwürde mehr dient. Das türkische ist jedenfalls flexibler, auch wenn Amnesty International schon davor warnt, dass es nun auch an seine Grenzen stoße, da viele Syrer ihre Geldreserven aufgebraucht haben, ums schiere Überleben kämpfen und in Gefahr sind zu verelenden. Vermutlich wäre eine Mischung aus beiden Systemen ideal. Allerdings betrachten viele Syrer die Türkei ohnehin nur als Durchgangsstation nach Europa.

Das Elend wird den Druck, weiter Richtung Europa zu flüchten, erhöhen. In deutschen Onlinemedien lese ich jetzt oft Kommentare, in denen es heißt, man solle die Probleme in den Herkunftsländern der Flüchtlinge lösen. Wollte man die Probleme in Syrien lösen, wäre eine Militärintervention angebracht – aber da würden die gleichen Kommentatoren wohl laut aufjaulen.

Wenn Europa wirklich etwas tun will, um den Flüchtlingsstrom nach Griechenland oder Bulgarien einzudämmen, könnte es der Türkei mehr unter die Arme greifen. Nicht indem ein sinnloser und gefährlicher Krieg Erdoğans gegen die Kurden abgenickt wird, wie es gerade geschieht. Sondern indem Programme aufgelegt werden, um den syrischen Flüchtlingen in der Türkei zu helfen – wie z. B. beim Aufbau nicht-salafistischer Schulen, wie es der Verein Die Brücke e.V. der Berliner dpa-Journalistin Ann-Béatrice Clasmann tut. Das Land wird das Problem auf Dauer nämlich nicht bewältigen können. Doch bisher ist der Beitrag, den die Europäer in der Türkei leisten – siehe oben – geradezu niederschmetternd gering.

Eines hat der Umgang der Türkei mit der Flüchtlingskrise zudem bewiesen: Behauptungen, dass das Boot voll sei, sind blanker Unsinn. Das Schwellenland Türkei bricht unter dem anhaltenden Zustrom der Flüchtlinge nicht zusammen – um wieviel weniger also die ungleich reichere Bundesrepublik. In Istanbul zum Beispiel ist mit den rund 400.000 syrischen Neuankömmlingen eine komplette Großstadt eingesickert, ohne dass dies den Rhythmus der Metropole wesentlich geändert hätte. Das Argument war in Deutschland schon während der Flüchtlingskrise der 1990er Jahre aus dem Balkan zu hören, und schon damals war es falsch.

Belebt die sterbenden Städte!

Es ist richtig, dass Deutschland viel für die Flüchtlinge tut, die es bis in die Bundesrepublik schaffen. Im Vergleich mit der Türkei ist es trotzdem beschämend wenig und geht einher mit peinlich viel Jammerei. Auch wenn man nur halb so viele Vorschriften hätte, würde vieles leichter. Die Menschenwürde hängt nicht an acht Quadratmetern pro Person, sondern z.B. an der Möglichkeit zu arbeiten.

Als ich jetzt in Deutschland war, machte ich mit meiner Liebsten auch einen Ausflug in die Bauhausstadt Dessau. Man kann dort wunderbar im alten Atelierhaus in einem originalen Bauhaus-Ambiente für einen sehr geringen Preis übernachten. Etwas nervig war nur der Kommandoton, mit dem die Reinigungskraft im sächsischem Tonfall um 10:30 Uhr morgens das Verlassen des Zimmers befahl (später stellte sie sich als ganz verträglich heraus). Trotzdem kann ich den Besuch und einen Rundgang durch die Bauhaus-Dauerausstellung unbedingt empfehlen.

Im Bauhaus und den angrenzenden Gebäuden ist jetzt eine Design- und Architekturuniversität, die Studenten aus aller Welt anzieht. Deshalb fühlte ich mich dort auch sehr wohl, das Publikum war jung, man sprach Englisch, sogar die freundliche Bedienung im Bistro konnte Ausländisch reden. Sobald man aber den Einzugsbereich des Bauhauses überschritt oder gar auf die andere Seite des Bahnhofs und der Schienen wechselte, vom Villenviertel in die „Stadt“, dann wurde es gruslig.

Dessau war mal eine Industriestadt, die im Krieg schwer zerstört wurde und inzwischen völlig verödet. Ich fühlte mich dort wie in einer post-apokalyptischen Einsamkeitswelt. Auf den Straßen: kein Mensch. Hin und wieder ein Auto, das an Ampelkreuzungen halten musste, die niemand braucht, weil gar kein Verkehr herrscht. Im Einkaufszentrum am Rathaus schlichen Greise mit Rollatoren herum. Das allgemeine Tempo der Stadt hatte sich schon den Rollatoren angepasst. Straßenzügeweise stehen Häuser leer und verfallen. Nachts ist es totenstill. Ehrlich, ich habe noch nie eine so deprimierende, leere Stadt erlebt.

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Menschenleeres Dessau – viel Platz für Flüchtlinge.
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Der Gegensatz zwischen dem pulsierenden Leben in Istanbul und der Grabesstille Dessaus ist natürlich eine besonders extreme Erfahrung, aber dort schoss mir ein naheliegender Gedanke durch den Kopf: Was, wenn wir die verlassenen, sterbenden Städte Ostdeutschlands mit Flüchtlingen füllen? Ich habe es gesehen: Dort ist massenhaft Platz, und es würde den Orten gut bekommen. Dessau könnte ein quirliger Platz zum Leben sein, kein Altenheim, in das sich kein Teenager mehr hineintraut. Und es gibt viele Dessaus im Osten … Eine Utopie? Gewiss …

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Leerstand in Dessau.

Ich war froh, als ich wieder in Istanbul war. Und ärgerte mich, als mein Taxi auf dem Weg vom Atatürk-Flughafen nach Chihangir prompt in einen Stau geriet. Klar, bei so vielen Leuten an einem Ort!

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Dessau …
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35 Gedanken zu “Die Türkei, Weltmeister der Flüchtlingshilfe

  1. Endlich einen ehrlichen und unparteiischen Bericht über die Türkei und ihre Bemühungen für Flüchtlingen aus der allen Welt..Ich danke Ihnen Herr Frank N.

  2. Vielen Dank für die ausführliche und eindrucksvolle Darstellung. Etwas möchte ich aber hinzufügen: Ich kenne die Situation in Deutschland nicht aus persönlicher Erfahrung. Allerdings scheint es dort auch unter Flüchtlingen ein erhebliches Aggressionspotetial zu geben. In der Türkei nehme ich Flüchtlinge als äußerst unterwürfig und zurückhaltend wahr. Selbst diejenigen, die betteln, tun dies häufig extrem dezent. Beispiel: Ein Vater, der mit seinen zwei kleinen Kindern durch die Straßen geht, ohne jemanden anzusehen, anzusprechen oder sonstwie anzugehen. Lediglich ein kleines Schild, auf dem „hungry“ steht, zeigt seine Absicht. Kann es sein, dass diese Zurückhaltung dazu beiträgt, die türkische „Volksseele“ nicht zu reizen?

    Beste Grüße
    aus Kadıköy

    • Hallo Herr Heymann, das Aggressionspotential in Flüchtlingsunterkünften hat meistens mit den dortigen Lebensumständen zu tun, die nicht der Entspannung dienen: viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Ethnien auf engem Raum. Ihre Beobachtung über die syrischen Flüchtlinge hier in der Türkei teile ich; meine Vermutung ist, dass sie sich schämen, betteln zu müssen. Es hat auch in türkischen Flüchtlingslagern schon Unruhen gegeben, wenn beispielsweise in der Sommerhitze zu wenig Wasser verteilt wurde, aber die Missstände wurden, soweit mir bekannt, dann jeweils recht schnell abgestellt. Beste Grüße aus Cihangir, FN

  3. Ein Journalist der seinen Namen verdient, mit einem guten recherierten Bericht .
    Der Beitrag hebt sich wohltuend von dem allgemeinen nicht konstruktiven Gejammere der deutschen Medien ab. Danke….

  4. Meinen Vor-Kommentatoren kann ich mich nur vollinhaltlich und zustimmend anschließen.

    Was die Utopie der Belebung leer stehender Städte anbelangt: da müsste man sozusagen erst den latenten und nicht latenten Rassismus in D. abschaffen bzw. wegdiskutieren; aber man könnte ja wenigstens mal ein paar Experimente wagen, dem Land könnte es nichts schaden.

  5. hallo Herr Nordhausen,

    erst einmal vielen Dank für diesen Artikel, welches sehr informativ und vor allem sich wohltuend von dem z.T. hysterischen und oberflächlichen Artikeln hier in Deutschland abhebt.

    Auch für mich als sehr interessierter Türkisch-Deutscher Bürger waren viele Informationen neu und endlich gab es auch konkrete Zahlen, die als Vergleich herangezogen worden sind.

    Ebenfalls gut fand ich ihren Hinweis, dass eben diese Flüchtlingsproblematik keine kurzfristige Episode, sondern im Gegenteil – wenn mit Libyen, Jemen, evtl. Pakistan weitere failed states unterwegs sind – wird uns das Thema wahrscheinlich Jahre wenn nicht länger beeinflussen.

    Und anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, ist man gerade dabei, sich auch in Europa die Augen auszuhacken, wie man in dem unseligen Interview von CSU-Innenminister heute herauslesen konnte.

  6. Gott sei es gedankt,endlich eine Journalistisch Grundsolide aussage…
    Ich hatte nach soviel Bild und Konsorten es aufgegeben mal eine leserisch anregende Reportage zu lesen…
    Vielen, vielen Dank..

  7. „(…) Nicht indem ein sinnloser und gefährlicher Krieg Erdoğans gegen die Kurden abgenickt wird, wie es gerade geschieht. (…)

    1. Die Türkei kämpft nicht gegen Kurden (!), sondern gegen die immer wieder angriffslustige PKK, die trotz Friedensbemühungen von Herrn Erdogan, nicht von Waffengewalt ablassen kann. Kurdische, Türkische, Lazische und andere Soldaten verteidigen ihr Land, die Türkei, Arm in Arm gegen den Terror.
    2. Der Westen schaut nicht weg, vielmehr unterstützt er die Terrorbande immer wieder mit einer harmlosen Bezeichnung „Arbeiterpartei“.
    3. Die „Arbeiter“ haben in den vergangenen 30 Jahren 40.000 Menschen getötet. Sind sie deshalb gute Terroristen, weil sie gegen den türkischen Staat kämpfen?
    4. Der IS stellt ganz klar die größte Gefahr für den Weltfrieden, doch für die Türkei ist die PKK deutlich gefährlicher als der IS.

    • Hallo Cengiz, Ihre Meinung in Ehren, nur ein paar Anmerkungen dazu: Hier in der Türkei entsteht schon der Eindruck, dass die Regierung einen Kampf gegen die Kurden führt, vor allem, wenn man das größere Bild betrachtet, denn durch die Angriffe auf die PKK werden die Kurden in der Region und damit der Kampf gegen den IS geschwächt. Arbeiterpartei ist die Selbstbezeichnung der PKK, die bis vor Kurzem noch ein anerkannter Verhandlungspartner der Regierung über eine Friedenslösung war. Die PKK verübt Terrorakte und Morde, aber ist sie deshalb eine Terrororganisation? Das ist umstritten. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass die PKK in den vergangenen 30 Jahren 40.000 Menschen getötet hat, etwa drei Viertel der Toten gehen auf das Konto der türkischen Armee und von Todesschwadronen wie JITEM, die bekanntermaßen furchtbare Gräueltaten verübten. Die PKK wäre für den türkischen Staat eine weit geringere Gefahr, wenn der Friedensprozess fortgesetzt würde, siehe Nordirland. In dem Sinne einen guten Abend, FN

  8. Sehr geehrter Herr Nordhausen,

    meine Kritik in Bezug auf die Falschmeldung, die Türkei kämpfe gegen die Kurden, ist nicht nur an Sie gerichtet, sondern allgemein an die hiesige Presse.

    Einen besonderen Lob möchte ich jedoch an Sie richten, da Sie die Flüchtlingsaufnahme der Türkei hervorheben, während andere Jornalisten bemüht sind, das Schlechte über das Land herauszupicken.

    MfG

  9. Typisch deutsch ist, alles was gegen türken ist, kommt in Deutschland sofort gut an, manchmal frage ich mich wenn ich die Presse lese ob sie als kind von einen türken missbraucht worden sind, so ein hass gegen türken kann man nicht anders beschreiben. Manchmal frag ich mich müssen wir genauso vergast werden wie die armen Juden es geschehen ist, damit wir in ruhe gelassen werden von feindlichkeiten,deutschland ist und bleibt fremdenfindlich.
    Ps. Lebe seit 40 jahren hier. Wenn ihr mich hier nicht wollt gibt mir 100000€ € ich geh morgen schon zurück in die Türkei. Oder denkt ihr wirklich ich lass alles was ich hier geleistet habe ohne entgelt liegen.
    In dem Sinne

    • Hallo Hüdai, ehrlich gesagt, glaube ich, dass Sie meinen Text gar nicht oder nicht richtig gelesen haben. Sonst würden Sie wissen, dass ich die Türkei für ihre großartige Leistung lobe, so viele Flüchtlinge so tolerant aufzunehmen – im Gegensatz zu Deutschland. Oder meinen Sie, ich hätte die rassistischen Übergriffe in Deutschland noch klarer benennen sollen? Bei mir sind Sie mit Ihren Vorwürfen jedenfalls an der falschen Adresse. Vielleicht schauen Sie sich den Text noch mal an… 🙂 FN

    • Hüdai,

      Gratulation zu Ihrem Beitrag, dem mit Abstand dümmsten Kommentar, den ich seit sehr langer Zeit lesen musste.
      Herr Nordhausen hat einen wunderbar objektiven und somit einen die Türkei letztendlich in positivem Licht erscheinenden Artikel verfasst und Sie regieren wie 08/15-Klischee-Asi-Türken à la „was kuckst Du, Nazi?“

      • Mr. Sedat,dumm von dir das ich ein generelles problem angesprochen habe aber du es nicht geschnallt hast, hör auf dich beim deutschen einzuschleimen, bringt nichts, für den bleibst du der unterentwickelte minderwertige migrant,Deutschland ist und bleibt Fremdenfeindlich und basta,
        Ps.. Gleich kommt bestimmt ein Antwort, wenns dir hier nicht gefällt dann geh doch zurück, weil kritisieren darf man deutschland nicht, dann muss man sofort zurück gehen, so sind die superdemokraten deutschen, pardon möchtegern demokraten

  10. Hallo FrankN, ich stelle hier mal paar Sachen klar.
    1. Gut verfasster Beitrag mit Sinn für die Wahrheit.

    (…)

    Danke! Den Rest habe ich gestrichen, weil ich keine Propaganda für eine Partei (in diesem Fall die MHP) zulasse. Beste Grüße FN

  11. Herr Nordhausen,

    Meine Familie hat 1985 als Flüchtlinge Afghanistan verlassen und ist über Umwege in 1986 nach Deutschland gelangt. Ich habe bis 2005 in Deutschland gelebt und nenne mittlerweile Kanada meine neue Heimat. Ich bin Deutschland sehr dankbar für viele Dinge.

    Ihr blog hat mir einen sehr gutes Verständnis über die Flüchtlingssituation in der Türkei gegeben. Der vergleich zu Deutschland ist ein wenig schwierig. In den letzten Jahren habe ich das Gefühl das die allgemeine Stimmung in Deutschland sich verschlechtert hat. Aus Artikeln die ich ab und an lese und auch von Kommentaren von Bekannten in Deutschland entnehme ich dass viele Vollzeit Kräfte nicht genug entlohnt werden um ein gutes Leben zu führen. Ich bin mir nicht sicher ob das statistisch belegbar ist.

    Die Türkei hingegen hat über die letzten Jahre order länger ein sehr positives Wachstum erlebt. Ich kann mir vorstellen dass Menschen sehr positive in die Zukunft blicken.

    Ist es neben anderen unterschieden auch zum Teil diese unterschiedlich ausgeprägte Grundeinstellung in Deutschland und Türkei warum in den beiden Ländern die Aufnahme von Flüchtlingen so unterschiedlich „gefühlt“ wird?

    Viele Grüße aus Toronto

    Osman

    • Hallo Herr Sediqi, vielen Dank für Ihre Zuschrift, die ich ganz wunderbar finde. Sie sind offenbar damals in Deutschland gut aufgenommen worden, hoffen wir, dass viele Flüchtlinge heute auch gute Erfahrungen machen. Was die wirtschaftliche Lage angeht, ist es eher umgekehrt, als Sie annehmen. In Deutschland floriert die Wirtschaft, die Arbeitslosenzahl ist gesunken, während die Türkei gerade in eine Krise rutscht und viele Menschen nicht mehr so positiv in die Zukunft blicken. Was die Löhne in Deutschland angeht, könnten Sie Recht haben, insgesamt ist die Stimmung Umfragen zufolge aber gut. Beste Grüße nach Toronto, FN

  12. Ich versuche mich mal kurz zu fassen; der Artikel ist ihnen wirklich gut gelungen Herr Nordhausen und das nicht weil sie die türkei loben sondern das Menschliche, dieses „Hand in Hand“ für mich hervorsticht.
    Trotzdem muss ich auch Kritik loswerden. Es wird ein Kommentar zensiert der zur angeblichen Propaganda der mhp dient (ich weiss nicht was er da geschrieben hat) aber lese dann sympathisierende Zeilen einer so genannten „Arbeiterpartei“ auf deren Konto sich leben von Kleinkindern befindet, deren finanzquelle hauptsächlich aus Drogenhandel und Prostitution besteht. Gibt es dafür eine Gage die Pkk zu verharmlosen oder ist das wirklich ihre Meinung? Möchte ihnen nicht zu nahe treten das ist eine ernst gemeinte frage weil ich in letzter zeit immer häufiger auf sowas stoße.

    MfG

    • Hallo Mert61. Es liegt mir fern, die PKK zu verharmlosen. Ich finde, die Organisation sollte sich aus der Türkei zurückziehen und auf den Kampf gegen den IS und für die Kurden in Syrien und im Irak konzentrieren. Es gibt jetzt mit der HDP eine demokratisch legitimierte prokurdische Partei in der Türkei; demokratisch legitimiert war die PKK nie. Mit der PKK verbinden sich ähnliche Probleme wie mit der nordirischen IRA, beide haben aber legitime Anliegen der jeweiligen Minderheiten aufgegriffen. Deshalb war der Friedensprozess in der Türkei auch eine so großartige Chance (wie in Nordirland), die gerade von beiden Seiten zerstört wird. Ich hoffe trotzdem, dass sich Herr Demirtas mit seinem Friedensappell durchsetzt und bin sicher, dass auch die große Mehrheit der Menschen in der Türkei Frieden will. Beste Grüße, FN

  13. Sehr geehrter Herr Nordhausen,

    dass es Todesschwadronen der Armee wie JITEM gegeben hat, ist unbestritten, aber wie kommen Sie auf die Behauptung, dass diese drei Viertel der Toten zu verantworten hätten? Haben Sie dafür eine Quelle?

    Die PKK selbst hat lange Zeit in ihren eigenen Presseerzeugnissen mit den Morden an den Dorfschützern UND IHREN ANGEHÖRIGEN geprahlt. Beispiele dafür kann man u.a. hier finden:

    https://www.google.de/search?site=&source=hp&ei=9k_TVaS8IoO4swHx47jgAg&q=korucu+ve+yakinlari&oq=korucu+ve+yakinlari&gs_l=mobile-gws-hp.3…3802.12727.0.13617.20.20.0.1.1.1.166.2614.1j19.20.0….0…1c.1.64.mobile-gws-hp..6.14.1745.3.UmcS30ZmHbY#q=serxwebun+korucu+ve+yakinlari

  14. Ein letztes noch, dann soll es das gewesen sein:

    „Die PKK verübt Terrorakte und Morde, aber ist sie deshalb eine Terrororganisation? Das ist umstritten.“

    Könnten Sie das etwas erläutern, die Tatsache, dass sie Terrorakte verübt, ist ja schon ein sehr starkes Indiz dafür, dass sie eine Terrororganisation ist.

    Die Tatsache, dass die türkische Regierung mit der PKK verhandelt, ist KEIN Argument dagegen, dass sie eine Terrororganisation ist, sondern ist ganz einfach der Tatsache geschuldet, dass sich in diesem Konflikt nun mal der türkische Staat und die PKK als Konfliktparteien gegenüberstehen. Mit wem, wenn nicht mit dem Feind sollte man Friedensgespräche führen? Mit einem Freund müsste man nicht erst solche Gespräche führen.

    Grüße

    MY

    • Hallo Herr Yilmaz, wie ich schon Herrn Richter geschrieben habe, ich möchte hier nicht über die PKK diskutieren, sie ist nicht das Thema meines Blogs. Die Frage, ob eine militante Organisation eine Terrorgruppe oder eine Befreiungsbewegung ist, ist wohl so alt wie die Geschichte der Menschheit, denken Sie an Spartakus. Die gegenwärtige Regierung der Türkei hat sich selbst in diesem Dilemma verstrickt, da sie die Hamas geradezu hofiert, während diese in den USA und Europa als Terrororganisation gelistet ist. Die Muslimbrüder gelten in Ägypten als Terrorgruppe usw. – Zu den Zahlen der Getöteten: Ich meinte natürlich nicht, dass drei Viertel Opfer von Todesschwadronen sind. Aber selbst die türkische Armee geht davon aus, dass etwa drei Viertel der Toten „Militante“ sind. Die PKK hat zwar einige ihrer Mitglieder selbst hingerichtet, aber keinesfalls so viele. Beste Grüße, FN

  15. Sehr geehrter Herr Nordhausen,

    ich möchte mich für diesen Artikel bedanken. Es hat den Anschein, dass sie stets bemüht waren bei der Wahrheit zu bleiben.
    Nur in einem Punkt möchte ich Ihnen widersprechen, die Friedensverhandlungen mit der PKK fortzuführen.
    Ich zitiere „Mit Terroristen ist nicht zu verhandeln“ Helmut Schmidt 1977.
    Wie kann es sein, dass der Westen Friedensverhandlungen mit Terroristen von der Türkei fordert und selber noch nie mit Al-Qaida oder isis in Verhandlungen getreten ist? Sie sehen, nicht die Vorgehensweise entscheidet über Demokratie oder Diktatur, sondern die Person wie in diesem Fall Erdogan. Die westlichen Werte sind Lügenkonstrukte, die nur auf das Wohl des eigenen Landes abzielen.
    Nach 9/11 2001 haben die Amerikaner dem Terrorismus den Krieg erklärt, ich frage mich, wer von ihnen hat friedliche Verhandlungen eingefordert, bitte zeigen sie mir auch nur einen Journalisten der sich für eine friedliche Lösung ausgesprochen hat. Sehen sie, wenn es die Türken machen, dann ist es Unterdrückung von Minderheiten, im Westen die Bekämpfung des Terrorismus.
    Ich hoffe Sie werden nicht nur die Wut in meinem Bauch aus den zielen deuten, sondern gleichermaßen die Wahrheit.
    Bitte bleiben Sie stets ehrlich, denn das ist ihre Aufgabe als Journalist, uns die Wahrheit zu präsentieren.
    MfG

    • Hallo Herr Richter, danke für Ihre Zuschrift. Eigentlich geht es in meinem Text um Flüchtlinge und nicht um die PKK. Ich möchte deshalb diese Diskussion hier nicht führen. Aber es sei doch gesagt, dass sich die RAF und die PKK nicht gleichsetzen lassen. Die Entstehung der PKK hat natürlich schon mit der Unterdrückung der Kurden in der Türkei zu tun, die RAF vertrat nur von ihr imaginierte Unterdrückte. Nach 9/11 gab es übrigens durchaus Journalisten, die sich für Verhandlungen mit den Taliban aussprachen. Aber worüber soll man mit Al-Kaida oder dem IS verhandeln? beste Grüße, FN

  16. Vergiss es leute, deutschland ist hinter pkk, isis ist terror aber pkk eine arbeiter partei, typisch deutsch doppelmoral ahoi, in jedem deutschen steckt ein bisschen türkenhass, feind meines feindes ist mein freund ist typisch deutsch, aber wenn irgendwann pkk hier in deutschland anschläge verübt will ich mal sehen ob pkk immer noch ne arbeiterpartei für deutschland bleibt.
    In dem sinne..

    • Hallo Hüdai, nichts für ungut, ich glaube, Sie haben ein Problem, das man auch Rassismus nennen könnte, nur umgekehrt als sonst in Deutschland üblich. Diesen Kommentar lasse ich noch stehen, aber in Zukunft werde ich derartige pauschale Abwertungen nicht mehr zulassen. Sie würden sich auch beschweren, wenn ich alle Türken über einen Kamm scheren würde. Übrigens habe ich absolut nichts gegen „die Türken“, ich fühle mich in Istanbul ausgesprochen wohl, mag das Land, habe tolle türkische Freunde und würde „den Türken“ niemals unterstellen, dass sie etwas gegen „die Kurden“ haben. FN

  17. Vielen Dank für diesen interessanten und aufschlussreichen Bericht.

    Ich bin selbst etwas perplex, dass ein solch reiches Land wie Deutschland im Gegensatz zur Türkei so große Probleme damit hat, die notwendige Infrastruktur zur Unterbringung von Flüchtlingen bereitzustellen. Vielleicht liegt es tatsächlich an unserer berüchtigten Bürokratie, denn es gibt ja durchaus viele hilfsbereite Menschen die die Flüchtlinge mit Geld- und Sachspenden unterstützen. Nach dem Lesen Ihres Artikels habe ich das Gefühl, Deutschland redet sich den Mund fusselig und die Türken machen’s halt einfach.

    Was mich aber richtig schockiert ist der immer größer werdende Hass, der sich bei uns vor allem im Netz, aber auch immer häufiger in Gewalttaten formiert. Mittlerweile sind einschlägige Parolen bis hin zu konkreten Mordaufrufen nicht nur auf den bekannten rechtsradikalen Seiten zu lesen sondern auch in den sozialen Netzwerken, allen voran Facebook (quasi die „Mitte der Gesellschaft“), wo darüber hinaus viele Moderatoren sich nicht dazu angehalten sehen, die betreffenden Mitglieder zu sperren, und die Hetzkommentare unangefochten stehen lassen.

    Ich wohne auch (aus beruflichem Anlass) seit ein paar Wochen in Istanbul und werde noch einige Wochen bleiben, und muss sagen ich bin sehr beeindruckt von der Gastfreundlichkeit der hier lebenden Türken. Meine dt. Kollegen und ich wurden bisher kein einziges Mal blöd angemacht, ganz im Gegenteil, wir wurden stets sehr freundlich und zuvorkommend aufgenommen, sei es von den türkischen Kollegen oder ganz allgemein den Leuten mit denen wir bisher zu tun hatten. Natürlich sind wir keine Flüchtlinge sondern nur vorübergehend zu Gast und vielleicht bin ich ja zu pessimistisch, aber wenn ich mir ansehe, wie sich ein Teil meiner Landsleute so aufführt (s.o.), dann kommen mir manchmal leider Zweifel, ob das andersherum in Deutschland auch so passieren würde.

    Es braut sich eine gefährliche Strömung zusammen in Deutschland, und die deutschen Medien spielen dem m.M. nach noch in die Hände, indem Schwarz-Weiß-Bilder verbreitet werden und auch jeder sachliche Diskurs zu den (sicherlich auch vorhandenen) Problemen mit Flüchtlingen ignoriert wird. (mit sachlich meine ich hier nicht PEGIDA & Co.) Als Außenstehender wünscht man sich, umfassend und neutral informiert zu werden, auch im Hinblick auf die Zukunftsperspektive der aufgenommenen Flüchtlinge. In diesem Kontext sind lobend die Informationen in Ihrem Artikel zu Lebens- und Arbeitssituation der in TR aufgenommenen Flüchtlinge hervorzuheben.

    Was die Besiedelung von Dessau & Co. mit Flüchtlingen angeht bin ich aber eher skeptisch: Erstens wird es wohl einen Grund haben warum diese Städte aussterben, und meinen Sie nicht, die (massenhafte) Ansiedlung von Flüchtlingen würde dort Integration erschweren und Parallelgesellschaften begünstigen?

    Grüße aus Kartal,
    Johannes

    • Meine Anmerkungen zu Dessau waren natürlich nur halb ernstgemeint :-). Aber eben nur halb. Es gibt so wahnsinnig viel Platz in Deutschland, gerade im Osten wissen sie schon nicht mehr, wie sie die Bausubstanz der Städte noch erhalten sollen, weil so viele Häuser leerstehen. Ich war wirklich erschrocken, als ich jetzt in Dessau war. Der Große Fritz hat auch massenhaft Hugenotten im Oderland angesiedelt, ohne groß zu fragen, ob damit die Integration erschwert wird. Die Hugenotten haben natürlich Parallelgesellschaften gebildet, aber irgendwann sind sie mit der Mehrheitsgesellschaft verschmolzen. Warum nicht Experimente wagen? Viele Grüße FN

  18. Hallo Frank N
    Ich dachte es gibt Meinungsfreiheit in Deutschland, Kaum übt man Kritik über Deutschland und schon ist man der Buhmann,, HAHAHA wieder typisch deutsch halt. Leider haben Sie sich selbst verraten und genau das gespiegelt was ich den deutschen vorwerfe DOPPELMORAL.Ich habe etliche deutsche freunde, sogar denen sage ich es ins Gesicht. Das ist meine Meinung ob es ihnen passt oder nicht und basta,
    Ps. Typisch deutsch die super möchtegern demokraten

  19. Vielen Dank für diesen informativen Artikel.
    In einer Zeit, wo Journalisten voneinander abschreiben und nur wenige große Presseagenturen die Meinungsrichtung vorgeben, ist es sehr erfrischend einen gut recherchierten Bericht zu lesen, danke.
    Nur im Hinblick auf die PKK habe ich eine andere Meinung. Ich möchte nicht vom Thema abweichen und Ihren Bericht auf die PKK reduzieren, allerdings ist es manchmal, auch für mich als Kurdin, sehr schwer zu ertragen, wenn die PKK sich als Sprecher für Kurden erklärt und die Stimmen aller anderen Kurden, die seit Jahrzehnten unter dem PKK Terror leiden stumm bleiben.
    Wie z.B. als einigen Monaten Selahattin Demirtas Kobane als Vorwand nahm und die PKK Anhänger auf die Straßen schickte. Er sagte:“Wenn die Türkei Kobane nicht unterstützt, werden die Straßen hier nicht anders aussehen als die von Kobane. Nur wenige Stunden danach wurden 38 Mitglieder der kurdischen Konkurrenzpartei (Hüdopar) von den PKK Rebellen gelyncht u.a. Jugendliche die gerade mal 15 Jahre alt waren.

  20. was mich mal interessieren würde wie das in der Türkei finanziert wird .
    In Deutschland sind die Gemeinden und Kommunen dafür verantwortlich.
    Diese jammern natürlich ,weil kein Geld für Flüchtlinge da ist .
    Normalerweise muss der Bund für sämtliche Flüchtlinge aufkommen.
    In Deutschland verdienen sich manche Besitzer von Unterkünften eine goldene Nase.
    Das müsste abgeschafft werden.Irgendwie machen unsere Politiker was falsch.

    • Die gesamte Flüchtlingshilfe wird in der Türkei vom Staat, also mit Steuergeldern, finanziert. Nur ein geringer Teil (5-10 Prozent) kommt von internationalen Organisationen oder anderen Ländern. In den Kommunen ist dann die jeweilige Vertretung des staatlichen Katastrophenschutzes AFAD zuständig. Was Deutschland angeht, ist die Finanzierung eine komplexe Materie. Aufgrund des Massenansturms wird es sicher Änderungen geben. FN

  21. Vielen Dank für den Artikel Herr Nordhausen, wie peinlich dagegen ist das Gejammer des Straßengesindels von Heidenau, Freital etc. und unserer Politikelite…
    Ich würde Ihren Artikel gerne weiter empfehlen.

    Grüße aus Berlin

  22. Ein toll gemachter Artikel ! Ich schließe mich Ihrer Meinung absolut an. Mehr noch: Deutschland wäre gut beraten, die Flüchtlinge als Chance zu sehen. Normalerweise sind diese Menschen hoch motiviert (am Anfangs wenigstens) und wollen arbeiten, um sich und ihre Familien zu versorgen. Leider entspricht die bundesstaatliche Realität bei uns in keiner Weise den realen Bedürfnissen. Wir brauchen eine schnelle Entscheidung, wer bleiben darf oder als reiner Wirtschaftsflüchtling abgeschoben wird. Danach gilt es die Menschen möglichst schnell zu integrieren, bedeutet mit Sprachkursen und Qualifizierungsangeboten den kulturellen und wirtschaftlichen Einstieg in unsere Gesellschaft zu ermöglichen. Diese Menschen wollen arbeiten und ihr im Leben weiterkommen, daher haben sie ihre Heimat verlassen. Wir stehen vor einer nationalen Aufgabe / Chance, die der Bund nicht an die Kommunen abgeben sollte. Und es muss schnell und unkompliziert gehen, damit die Ankömmlinge nicht durch monatelanges Herumsitzen in Lagern die Motivation verlieren !

  23. Sehr geehrter Herr Nordhausen,

    vielen Dank für diesen objektiven und informativen Beitrag!

    Ich bin an meinem Wohnort selbst ehrenamtlich für Flüchtlinge aktiv und empfinde das Jammern einiger Mitbürger als ein Klagen auf sehr hohem Niveau.

    Das empfinden darüber wie gut es uns geht und wie schwer es andere auf der Welt haben, scheint bei manchen gänzlich verloren zu sein.
    Und das in einem Land, das so sehr vom guten Willen und der Solidarität
    anderer Völker abhängig war, wie kaum ein anderes.

    Es geht uns gut und denen es schlecht geht wird geholfen, auch wenn ich Hartz IV als deutlich zu gering ansehe. Aber das ist nicht das Thema.

    Wenn ich mir die nicht vorhandene Emphatiefähigkeit einiger Menschen hier vor Augen führe, kommt mir schon der Gedanke, dass es uns deutlich zu gut geht. Abgesehen davon ist Rassismus, meiner Meinung nach, vor allem ein Problem mangelnder Intelligenz.
    Aber das man diese Leute im Moment so laut schreien und handeln lässt, und sie den Ruf des Landes so nachhaltig beschmutzen lässt ist unser aller Versagen. Wir sind zu bequem den Mund aufzumachen und was dagegen zu sagen, viele jedenfalls.

    Das das von der Politik die so oft beschworene „Willkommenskultur“ nicht wirklich gewollt ist und ein gewisses Bedrohungspotential gegen Asylbewerber zur Abschreckung gewünscht ist, liegt ja offenbar auf der Hand.

    Anders lässt sich das Schweigen nach jeder neuen Blamage durch die Nazis nicht erklären.

    Beste Grüße