Winterwunderstadt Istanbul

Für den Frühling ist es noch zu früh, aber am heutigen Sonnabend scheint die Sonne und lässt auch die letzten Schneeklumpen dahinschmelzen. Doch sechs Tage lang versank Istanbul im Schnee, es waren die stärksten Schneefälle seit sieben Jahren. Wer die Stadt kennt, weiß aber, dass diese Wintereinbrüche stets nur kurze Intermezzi sind. Istanbul liegt einfach zu südlich und zu nah am Meer, als dass sich Schnee lange halten könnte. Dem Sturm folgt kurz darauf die Schmelze. Und dann verwandeln sich die Straßen in reißende Bäche.


Kai in Eminönü.

Der von Terror, politischen Turbulenzen und einer rasenden Inflation gequälten Megametropole verschaffte der Schnee eine kurze Atempause. Wie eine weiche Kuscheldecke legte sich die weiße Pracht über die Häuser, Straßen und Plätze und sorgte für weniger Verkehr, Lärm und Stress. Der hektische Rhythmus der großen Stadt verlangsamte sich für einen Moment. An einigen Tagen ruhte selbst der Fährverkehr, und auch die Betonmischer pausierten.

Der Schnee machte den Menschen, die in letzter Zeit nicht viel zu lachen hatten, gute Laune. Allenthalben buken sie Schneemänner und –frauen, Schneeballschlachten waren das Gebot der Stunde, nicht nur für die Kids. Ich sah sogar Polizisten in voller Montur Schneebälle aufeinander feuern. Wie im tiefsten Frieden.



Auch den Journalisten ließ der Wintereinbruch durchatmen. Zeit, um im weißen Wunderland am Bosporus herumzuwandern und die seltenen Momente mit der Kamera festzuhalten. Hier zeige ich eine Auswahl.

Sultanahmet: Hagia Sophia und Blaue Moschee









Sultanahmet: Vom Hippodrom zur Galata-Brücke




Karaköy






Taksim-Platz






Istanbuler Schneenacht






Beyoğlu: Istiklal Caddesi
















Istanbuler Winternacht II






Der Autor im Schnee vor der Hagia Sophia

Alle Fotos: Frank Nordhausen

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3 Gedanken zu “Winterwunderstadt Istanbul

  1. Ein wunderbarer Bericht mit schönen Bildern! Vielen Dank dafür. Ich bin durch Zufall gerade auf Ihren Blog gestoßen und habe ihn mir sehnsuchtsvoll angeschaut. Im Mai war ich zuletzt in Istanbul und war gerade dabei, mich in diese Stadt zu verlieben und ein Sabbatical in dieser tollen Stadt anzuvisieren. Leider überschlagen sich seitdem die schlechten Nachrichten über Anschläge, der Putsch-Versuch etc., so dass ich lieber auf sicherem Terrain bleibe. Ich wünsche Ihnen alles Gute und auch ich sage: Passen Sie auf sich auf!
    Herzliche Grüße aus dem verschneiten Taunus.
    Birgit Mrugalla

  2. Schöne Fotos!

    So habe ich Istanbul schon lange nicht mehr gesehen! Die verschneiten Granatäpfel und die Hagia Sophia wirken zielich ungewohnt.

    Ich habe deinen Artikel eben bei mir auf Facebook geteilt.

    lg Thomas

  3. Vielen Dank für die schönen Impressionen. Mein erster Besuch in Istanbul war exakt zu dem herben Wintereinbruch im Januar 2010. Es gab erhebliche Minusgrade, viel Schnee und einen ätzenden Wind. Trotzdem war ich fasziniert von dieser Stadt und konnte dann im Hochsommer 2012 (zu Ramadan-Zeiten) bei meinem zweiten Besuch die Stadt dann so richtig geniessen. Also einen Sommer bevor es dann ungemütlich wurde. Leider ist mir zur Zeit die Lust auf einen weiteren Besuch vergangen, aber ich hoffe auf bessere Zeiten – für die Türkei, für Istanbul und für einen neuerlichen Besuch von mir.
    Herzlich Grüße aus Berlin-Friedenau
    Axel Schwanenberg