Ägypten, die Türkei und der Westen

Es ist wirklich deprimierend. Mit Blick auf die blutigen Vorgänge in Ägypten sagt Tayyip Erdoğan genau das, was eigentlich der Westen äußern müsste: Er nennt das Vorgehen des ägyptischen Militärs und der Polizei zu Recht „Massaker“, verlangt von der ägyptischen Regierung den Schutz der koptischen Kirchen, fordert dazu auf, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen und wirft den USA und Europa vor, sich durch ihr Schweigen mitschuldig zu machen. Alles richtig – nur leider ist Erdoğan die absolut falsche Person, um diese Kritik zu äußern. Denn es ist gerade zwei Monate her, seit derselbe Mann als türkischer Ministerpräsident die Polizei mit extremer Härte gegen Demonstranten im eigenen Land vorgehen ließ.

292
Pro-Mursi-Demonstranten in Istanbul am gestrigen Sonnabend.

Erdoğans Vorwurf an die neuen Machthaber in Ägypten, sie würden friedliche Menschen als „Terroristen“ kriminalisieren, klingt für die Gezi-Demonstranten wie ein Hohn, denn der Ministerpräsident beschimpfte sie kürzlich noch als Marodeure, „erbärmliche Nagetiere“ und – genau – „Terroristen“. Ein AKP-Abgeordneter forderte sogar lebenslängliche Haft für alle, die an den Gezi-Demonstrationen teilgenommen haben. Das ist heuchlerisch. Dass die richtige Kritik an den ägyptischen Militärs auch wegen dieser Vorgeschichte wirkungslos verpuffen wird, ist tragisch.

Wir verfolgen die Ereignisse in Ägypten von Istanbul aus mit großer Anteilnahme und zunehmender Verzweiflung. Bevor meine Lebensgefährtin und ich im Sommer 2011 nach Istanbul zogen, haben wir viel Zeit in Kairo verbracht. Sie hat dort jahrelang gearbeitet, ich war jeweils mehrere Monate in Ägypten, wir haben die Revolution vom Januar/Februar 2011 miterlebt. Wir haben viele Freunde dort, deren Mitteilungen auf Facebook und in anderen Medien uns bestürzen, weil sie das Vorgehen des Militärs mit Hunderten von Toten zu rechtfertigen scheinen.

Das Schlimmste daran ist der Hass, der sich jetzt auf die Muslimbrüder entlädt, der unverhüllt geäußerte Wunsch, Blut zu sehen, der auch Bekannte ergriffen hat, die wir für Liberale hielten. Menschen, die an den internationalen Schulen in Kairo unterrichtet wurden, die im Ausland studiert haben, die teilweise amerikanische Pässe besitzen, stellen sich kritiklos hinter das Militär und beteiligen sich an der Dämonisierungskampagne gegen die Muslimbrüder. Der Hass auf die „anderen“, auch auf die USA, auf Europa, auf Israel, dieses vergiftende Verschwörungsdenken, das ist das Schlimmste. Sie verstehen nicht, dass man einen Militärputsch verurteilen kann, ohne sich auf die Seite der weggeputschten Regierung zu stellen oder gar ein Fan der Muslimbrüder zu sein. Der Kollege Karim al-Gawhary hat dazu in der Taz einen beachtenswerten Kommentar geschrieben, auf den ich hier verweisen möchte.

Einige von Ihnen werden wissen, dass ich die Ehre hatte, im Sommer 2011, nur kurz nach den Umwälzungen in der arabischen Welt, zusammen mit dem geschätzten Berliner-Zeitungs-Kollegen Thomas Schmid im Ch.-Links-Verlag einen Sammelband über „Die arabische Revolution“ herauszugeben. Ich verfasste darin den Beitrag über Ägypten, und war bei aller Skepsis, wie es der damaligen Stimmung und meinem grundlegenden Optimismus entsprach, voller Hoffnung auf eine freiheitliche, demokratische Entwicklung in Ägypten und im Nahen Osten. Jetzt fühle ich mich ein wenig wie nach dem Militärputsch gegen Salvador Allende in Chile 1973, einem der ersten weltpolitischen Ereignisse, die ich bewusst miterlebte. Natürlich nicht, weil ich Mursi mit Allende gleichsetzen möchte, denn Mursi ist offensichtlich kein Demokrat. Aber es ist der militärische Vernichtungsschlag gegen die politische Hoffnung, der dieses Gefühl auslöst.

Keine Zukunft ohne Einbindung der Muslimbrüder

Es ist m. E. eine Illusion zu glauben, dass das Militär in Ägypten die Demokratie einführen wird, wie es viele unserer ägyptischen Freunde annehmen. Das Militär will seine wirtschaftlichen Privilegien und seine Macht schützen. Es denkt in Freund-Feind-Kategorien. Es kündigt gerade seinen Pakt mit der Bevölkerung auf, und das ist ein gewaltiger Fehler. Denn in Ägypten kann es keine Demokratie ohne die Muslimbrüder geben. Sie sind die einzige gut organisierte politische Kraft im Land, sie haben die Hälfte der Bevölkerung hinter sich. Ob wirklich eine Mehrheit der Ägypter den Militärputsch wollte, ist doch sehr zweifelhaft. Deshalb muss man sich auch jetzt – gerade jetzt – politisch mit ihnen auseinandersetzen, man darf sie nicht verbieten, sonst werden Terror, Angst und Gewalt das Land für lange Zeit in den Würgegriff nehmen. Nicht einmal Mubarak hatte gewagt, diese wichtige politische Bewegung völlig kaltzustellen. Nun gibt es immer mehr Hinweise, dass die Militärführung eine von westlichen Unterhändlern eingeleitete mögliche Einigung mit den Muslimbrüdern mutwillig sabotierte. Al-Sisi scheint ein Doppelspiel mit den Vermittlern getrieben zu haben.

Auf BBC lief gestern ein Interview mit einem ägyptischen Künstler, der zu den Aktivisten der Revolution von 2011 gehörte. Er sagte: „Beide Seiten, das Militär und die Muslimbrüder, sind Faschisten. Nur eine offene Gesellschaft mit demokratischen Checks and Balances kann uns aus dieser ausweglosen Konstellation befreien.“

283
Bei der gestrigen Demonstration von rund 5000 Islamisten in Istanbul wurden Mursi-Bilder gezeigt und das Symbol des ägyptischen Muslimbrüder-Widerstands vom Kairoer PLatz Rabia al Adavia, vier erhobene Finger.

267

177
Die junge Frau schwenkt eine ägyptische Fahne und ein Plakat mit der Aufschrift: „In Syrien und Ägypten – Widerstand!“

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass das ägyptische Drama neue Terroristen hervorbringen wird und letztlich Al-Kaida in die Hände spielt; auch die furchtbaren Angriffe auf christliche Kirchen in Ägypten dürften zum Teil auf deren Konto gehen – die Salafisten und al-Kaida sind erbitterte Gegner der Muslimbrüder, die sie für Verräter halten, weil sie sich überhaupt auf die Demokratie einlassen. Die liberalen Militärfans bekommen jetzt wieder jenen Unterdrückungsstaat, gegen den sie 2011 auf die Straße gegangen sind – und möglicherweise schlimmer als zuvor. Die Restauration des Ancien Régime von Hosni Mubarak. Insofern ist der einzige Hoffnungsschimmer derzeit, dass der Friedensnobelpreisträger Mohammed El-Baradei mit seinem Rücktritt als Vizepremier ein Zeichen gegen die Militärs gesetzt hat und dass die Bewegung des 6. April, die einst die Rebellion der Jugend ins Rollen brachte, sich hinter ihn stellte.

Ebenso bestürzend wie die Lage selbst ist die Reaktion des Westens. Nicht einmal die niedergebrannten Kirchen und beispiellosen Angriffe auf koptische Christen rufen eine deutliche Reaktion hervor. Nicht einmal in dieser Lage werden die Militärhilfen gestrichen. Die politischen Führer in Europa und den USA leiden unter einem verhängnisvollen Nichteinmischungssyndrom. Sie haben damit schon in Syrien riesiges Unheil angerichtet, und es scheint, dass nun das Gleiche in Ägypten geschieht. Kein Wunder, dass die jungen Mittelschichtsägypter jedes Vertrauen verlieren, ironischerweise sehen sie den Westen jetzt als Verbündeten der Muslimbrüder an. Wieso? Weil der Westen nicht in der Lage ist, eine klare Haltung einzunehmen und beide zu verurteilen – die Muslimbrüder genauso wie das Militär.

Als mögliche Folge drohen paradoxerweise nicht nur ein Bürgerkrieg oder eine harte Militärdiktatur im bedeutendsten Land Arabiens, sondern auch ein neuer Krieg gegen Israel – den der Westen mit seiner unethischen Rücksicht auf die ägyptische Generalität meint verhindern zu können.

Demo in Istanbul gegen die Gewalt in Ägypten

Die tiefe Spaltung der nahöstlichen Gesellschaften muss jedem Sorgen machen, der sich eine friedliche Zukunft wünscht, auch und gerade in Europa. Auch in der Türkei wachsen antiwestliche Ressentiments, und obwohl Gesellschaft und Wirtschaft deutlich fortgeschrittener sind als in Ägypten, besteht auch hier die Gefahr, dass die Polarisierung zwischen Säkularen und Religiösen zunimmt. Gestern hatten islamistische Gruppen zu einer Großdemonstration gegen das ägyptische Militär und für die Muslimbrüder in Istanbul aufgerufen. Zur Kundgebung gegen 17.00 Uhr an der Yeni Camii, der Neuen Moschee in Eminönü neben dem Ägyptischen Basar, kamen rund 5000 Menschen. Ich fuhr hin, um mir anzusehen, wie viele Leute die Islamisten mobilisieren können und wie ihr Protest aussieht.

218
Gestern auf der Pro-Mursi-Demo in der Altstadt von Istanbul.

214

207

Nun, es ging sehr diszipliniert zu, die Menschen schwenkten Hunderte ägyptische und türkische Fahnen sowie jede Menge Mursi-Poster, aber nur sehr vereinzelt Erdoğan-Bilder. Viele hatten sich grüne Bänder mit Koransuren um den Kopf gebunden, und einige zeigten sogar die schwarzen Al-Kaida-Fahnen. Ich sah viele Kopftuchfrauen, häufig Zirkel junger Frauen Anfang zwanzig, die besonders eifrig Parolen brüllten, aber auch ganze Familien mit Kopftuchmutter und bärtigem Vater – allerdings kaum zottelbärtige Salafisten, von denen es in der Türkei tatsächlich nicht allzu viele gibt. Sie skandierten Losungen wie „Mursi widerstehe – Istanbul steht hinter dir!“, „Tausende unterstützen Ägypten!“, „Weg mit Sisi – es lebe Mursi!“, „Mörder Amerika – raus aus der Türkei“, „Nieder mit Israel“ und Ähnliches mehr.

194

189

Wie ich es erwartet hatte, gab es kaum jemanden, der Englisch konnte – ganz anders als bei den Gezi-Demonstrationen. In Istanbul demonstrierten Fundamentalisten, teils gut situierte Leute, teils aus der unteren Mittelschicht. Die Polizei hatte nur einen einzigen Wasserwerfer aufgefahren und hielt sich deutlich zurück – auch ganz anders als bei den Gezi-Protesten. Auch damit zeigt die Regierung, wie ihre Sympathien verteilt sind.

31 Gedanken zu „Ägypten, die Türkei und der Westen

  1. Lieber Frank, danke dir.
    Lieber Cetin, deine kraftvollen Argumente beeindrucken auf ganzer Linie und dies erfreut und bekümmert mich zugleich. Aber nun zur Sache ein Beispiel:
    Tagesthemen 16.06.2013 um 23:25 Uhr, Michael Schramm, berichtet aus Istanbul:
    „wenn es nicht gelingt Stärke zu zeigen, wird diese Welle einfach abebben und das werden wir natürlich vermeiden“
    So weit ist es schon gekommen, in tiefster trauer um vergäudete Argumente und mit zufersicht auf richtige Fragen ein weiterer Schreiberling.

  2. Ich auch nicht. Zumal es christliche Scheiterhaufen nicht im Islam gab.

  3. Hoppla, überprüfen Sie bitte ihr ethisches Koordinatensystem. Wo lernt man die Niedertracht des einen mit der Niedertracht des anderen zu vergleichen und aufzuwiegen? Im Koran, ich kann’s nicht glauben.

  4. Gut, wir wollen hier „keine Religion“ herabsetze, darum einfach mal selbst googeln nach

    „oberst klein finger gottes“

    und sich selbst Gedanken darüber machen, was dort warum und von wem geschah.

  5. Falsch. Vor allem wegen der richtigen Leute an den richtigen Stellen. Das schliesst Erdogan mit ein, den in Deutschland meistverhassten Politiker, den man (wie man auch hier wieder sieht) in deutschen Medien als Feindbild aufgebaut hat, der als „Faschist, gar schlimmer als Hitler“ dargestellt wird, (…) (lieber Cetin, bitte keine Beleidigungen von Religionsgemeinschaften, FN)

  6. Merkel-Bashing? Das muss jetzt ironisch gemeint sein angesichts der Hofberichterstattung in deutschen Medien. Merkel scheint in Deutschland sakrosant zu sein in dem Masse, in dem gegen Erdogan gehetzt wird.

  7. Hallo Semra, du schreibst, dass auch in Deutschland die Politiker so mutig sein sollten wie Erdogan. Leider hat Deutschland andere Probleme, Erdogan sprach auch eines der dringendsten Probleme in Deutschland an, als er sagte, dass Rassismus eine europäische Krankheit sei. Von dieser muss Europa erst geheilt werden, vorher richtet sich der „Mut“ Deutschlands eher gegen die Menschen in Afghanistan, wo ein christlicher Oberst (mittlerweile General!) Georg Klein ein regelrechtes Autodafe veranstaltet hat und danach nach eigenen Angaben in den Andachtsraum ging (…).
    Hallo Cetin, bitte vermeiden Sie herabsetzende Bemerkungen über Religionen und Ethnien. FN

  8. Hallo Frankfurter! Ich habe es noch erlebt, als in der Türkei regelmässig Strom und Wasser ausfielen, als sich lange Schlangen vor Lebensmittelgeschäften bildeten, als die Inflationsrate 3-stellig war (deutlich über 100 Prozent), all das habe ich erlebt. Es war eine Zeit, in der die Politiker den Staat Türkei als Privatbesitz erachteten und sie wie eine Gans ausnahmen. Du fragst, was sich geändert hat? Die Leute an der Macht. Es sind nun Politiker, die einen funktionierenden moralischen Kompass haben. So einfach ist das: „Good Governance“ heisst das Geheimnis, welches keines ist, man aber beständig versucht, hier in Deutschland zu leugnen. Erdogan hat die richtigen Leute an die richtigen Stellen gebracht und das zahlt sich nun aus.

  9. 12 junge Leute verloren also ihr Augenlicht. Vergleichen wir mal, wieviele Einwohner hat Istanbul? Circa 10 mal mehr als Stuttgart? Wieviele Leute verloren ihr Augenlicht bei der Demo Stuttgart 21? Zumindest sah ich dort einen Augapfel heraushängen. Ich erinnere an den Bibelspruch mit dem Splitter und dem Balken.
    Hier werden Megastädte wie Istanbul verglichen mit „Provinzstädtchen“, ohne auch die Opferzahlen dazu in Relation zu sehen. Nein, ich bleibe dabei, das Vorgehen der Polizei in der Türkei war angemessen. Aber natürlich nicht, wenn man sich, so wie viele Deutsche, es klammheimlich erhofft hat, dass die Demonstranten es tatsächlich schaffen, eine gewählte Regierung aus dem Amt zu jagen. Das haben sie nicht geschafft, also muss im Umkehrschluss die Polizeigewalt zu schlimm gewesen sein, ja? Nein. Finden Sie sich damit ab, den Demonstranten haben bekommen, was sie verdient haben, eine Lektion in wehrhafter Demokratie und darin, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt, wie es sich gehört. So einfach ist das, liebe Demonstranten: Ihr mögt Erdogan nicht? Wählt in ab oder wandert aus, denn nur so funktioniert eine Demokratie. Und die Demokratie funktioniert in der Türkei besser als in Deutschland, sieht man sich die Verstrickung des Verfassungsschutzes in die NSU-Affäre an, sieht man sich an, oder wie kürzlich am Flughafen Köln/Bonn der türkische Mitbürger Yasar Albayrak von einem Polizisten bewusstlos geprügelt wurde und die Überwachungskamera angeblich nicht aufgenommen habe und man jetzt zugibt, die Kamera habe doch aufgenommen, aber man würde nichts erkennen, oder wie ebenfalls kürzlich am Bahnhof in Berlin, wo der auch die Überwachungskamera angeblich den Angriff auf den türkischen Mitbürger Alisan Genc nicht aufgenommen habe.
    Da ist doch was faul im Staate Deutschland! Also bitte vor der eigenen Türe hier in Deutschland kehren, denn da hat sich mittlerweile (wieder mal?) viel mehr Dreck angesammelt als je in der Geschichte der Türkei.

  10. Hallo Cetin, mit Kritik muss jeder demokratische Politiker leben, das gehört dazu. Merkel-Bashing gibt’s auch die Menge, und Herr Erdogan ist selbst nicht gerade für seine ausgesuchten Höflichkeitsformen im Umgang mit Oppositionellen (Capulcu) bekannt. FN

  11. Hallo Konkreet, Sie haben die Anspielung nicht verstanden. Meine Bemerkung über die Englischkenntnisse der Demonstranten war ein Hinweis auf deren Bildungsgrad. Mit der AKP hatte die Pro-Mursi-Demo wenig zu tun, den es wurden ja keine Erdogan-Bilder gezeigt, wie ich schrieb. – Die Polizei kann natürlich Zwangsmittel anwenden. Die Kritik der EU, der US-Regierung und der Vereinten Nationen richtete sich gegen die Unverhältnismäßigkeit der Polizeieinsätze. FN

  12. Gewalt ist nie zu rechtfertigen, aber Chaoten gibt es leider immer. Auch in Deutschland gibt es Straßenschlachten mit der Polizei, das gehört zur Demokratie, aber deswegen werden keine Menschen erschossen oder ihre Augen massenhaft durch Plastikgeschosse verletzt (12 junge Leute verloren ihr Augenlicht). Ich war die gesamte Zeit der Gezi-Proteste vor Ort, Gewalt von Demonstranten war die absolute Ausnahme, doch die Gezi-Leute stellten sich immer wieder zwischen die Gewalttäter und die Polizei und riefen „Keine Gewalt!“. Sehr beeindruckend war das, ähnlich wie damals 1989 in der DDR. Und man bedenke – es ging um Bäume!

    Was Ägypten angeht, so hatten die Muslimbrüder jedes Recht, friedlich zu demonstrieren. Aber genau das habe ich in meinem Blog auch geschrieben. Das brutale Eingreifen des Militärs ist absolut unentschuldbar, meiner Meinung nach, es wird die ägyptische Gesellschaft brutalisieren. Sowohl in Ägypten wie in der Türkei begreifen die Regierenden nicht, dass eine Demokratie auch eine lebendige Zivilgesellschaft braucht.

    Es ist doch toll, dass sich die Menschen in der Türkei endlich für Bäume, Parks und allgemein eine lebenswerte Umwelt engagieren. Ich lebe auch hier in Istanbul, und vermisse das Grün, das wir in Berlin haben. Dass ausgerechnet der letzte Park in unserer Gegend hier am Taksim-Platz plattgemacht werden sollte, hat auch mich persönlich entsetzt. Ich konnte die Gezi-Leute sehr gut verstehen.

  13. Hallo Emre, offenbar waren Sie während der Gezi-Unruhen vor Ort. Die Polizei hatte auch genug vom Gezi-Sentimentalismus. Es ging ja nur um Bäume. FN

  14. Hallo Semra, kein anderes außenpolitisches Thema bewegt die westlichen Medien derzeit wie Ägypten. Man kann also wirklich nicht sagen, dass die toten Muslime nicht beachtet werden; im Gegenteil, in Ägypten ist eine regelrechte Hetze auf die USA und Europa und die westlichen Medien im Gange, weil man diesen unterstellt, die Muslimbrüder zu unterstützen. Aber es geht darum, das völlig unverhältnismäßige Vorgehen des Militärs zu kritisieren. Gleichwohl sind auch die Muslimbrüder keine gewaltfreien Unschuldslämmer. FN

  15. Hallo Rifat, Sie überschätzen meine Möglichkeiten als Journalist. Wenn es wirklich möglich ware, dass Auslandskorrespondenten türkischen Politikern Mundverbot erteilen, wäre es schlecht um diese bestellt. Aber Erdogan lässt sich weiß Gott von niemandem verbieten, was er sagen will. Einige meinen, das sei genau sein Problem. Was die türkische Oppositionspartei CHP angeht, so ist wirklich nicht viel zu erwarten. Sie gleicht ein wenig der behäbigen deutschen SPD. Auch deshalb ist die Gezi-Bewegung entstanden, wie damals bei uns in den 1970er Jahren die Grünen.

    Mir ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass dies hier ein Blog ist. Also eine subjektive, meinungsorientierte mediale Form. Bitte verwechseln Sie das nicht mit nachrichtlicher Berichterstattung. FN

  16. Unter den Gezi-Protestler waren sehr agressive Leute. Die haben Taksim in ein Schlachtfeld verwandelt und vieles mutwillig zerstört (private PKWs, Busse, Fensterscheiben usw.) Natürlich muss man da angreifen. Das würde jedes andere Land auch machen. Also Schluss mit diesem Gezi-Sentimentalismus.

  17. Gut, dass hier so viele Erdogan-Fans schreiben. Ich suche nach Erklärungen für den schönen wirtschaftlichen Aufstieg unter seiner Ägide. Was hat in den Nullerjahren die Wirtschaft des Landes so angekurbelt?

  18. Gut, dass sich hier so viele Erdogan-Fans schreiben. Ich suche nach Erklärungen für den schönen wirtschaftlichen Aufstieg unter seiner Ägide. Was hat in den Nullerjahren die Wirtschaft des Landes so angekurbelt?

  19. hallo Frank, ich habe einmal geschaut, wie die Konsumausgaben in der Türkei statistisch aussehen. Inflationsbereinigt geben die Türken (im groben Durchschnitt) heute etwa ein Drittel mehr für den privaten Konsum aus, wie noch im Jahre 2000.

    Aber die Steigerungsraten sind in letzter Zeit abgeflacht.
    2010 + 6,7%,
    2011 +7,7%,
    2012 -0,7%,
    2013 2.2% (geschätzt)
    http://wko.at/statistik/eu/europa-konsumausgaben.pdf

    Achja, könnte es sein, dass die „säkulare, gut ausgebildete Mittelschichtsjugend“ vom Gezi-Park im weitesten Sinne zur „Generation Praktikum“ in der Türkei gehört?

  20. Zunächst wünsche ich den Ägyptern allen möglichen Beistand.

    Ansonsten stimme ich Ihrem Beitrag absolut zu, Cetin.
    Doch worin mögen die psychologischen Ursprünge liegen, dass negative Berichterstattung über die Türkei die Seelen einiger Deutscher befriedigt? Einerseits Politiker, die sich gegen die Beitrittsbemühungen der Türken permanent profilieren müssen, oder hier Journalisten die mit absurden Vergleichen der türkischen Politik Mundverbot erteilen wollen. Weitere Vergleiche überlassen wir dem GMV.
    Lieber Frank, stellen Sie bitte einen Vergleich an über Vorgehen zu nichtgenehmigten Protesten im Westen innerhalb der letzten 12 Monate und stellen diese mit den türkischen Eingriffen gegenüber.
    Das hilft Ihnen, die Unterschiede zur türkischen Demokratie besser einzuordnen und würde – Ihrer Einschätzung nach – weiteren Ländern vielmehr Mundverbot erteilen.
    Zudem empfehle ich Ihnen, sich in der Türkei im politischen Gesamtbild besonders der Qualifikation der Opposition zu widmen. Fragen Sie dazu ganz einfach einige ‚Gezi‘- Sympathisanten, was Sie einer Zukunft mit der Opposition geben würden. Und sehen Sie sich die Städte unter CHP- Verwaltung an und vergleichen diese mit AKP- Städten. Nicht nur die Resultate, sondern insbesondere die Art der betriebenen Politik. Falls Sie naehere Hinweise wünschen, gerne.

    Tun Sie das jedenfalls und seien Sie mutig zur wahrheitsgetreuen Berichterstattung! Auch wenn es nicht das ist, was die einige lesen wollen. Seien Sie sich bitte Ihrer Verantwortung in den Medien bewusst!

  21. Lieber Cetin!
    Ich stimme dir vollkommen zu,
    Sie sehen nur dass, was Sie sehen wollen und hören nur dass was Sie hören möchten.
    Sie vertragen die Wahrheit nicht!

    Wenn nur einer in den Europäischen Ländern durch ein Amoklauf getötet wird, wird es mehr dragisch dargestellt als tausende unschuldige getötete Menschen (Kinder, schwangere)in ägypten, Palestina u in anderen muslimische Ländern. Aber wenn es um ägypten um muslime geht sind alle stillschweigend!
    Die sind auch Menschen und haben genau so ein Recht auf Leben !

    Erdogan wird nicht gemocht weil er hinter Palästina steht. Und hinter viele unschuldigen Menschen. Medien entsprechen nicht die Wahrheit !!!!! die reden über ihm nur schlecht und wollen schlecht darstellen ! es sollte jeder so mutig sein wie Erdogan……und sollte dagegen was tun was machen was sagen können

  22. Lieber Frank, vielleicht hilft dir, meinen Standpunkt zu verstehen, wenn ich dir folgende Email-Korrespondenz mit Sedat, einem türkischen Gezipark-Ativisten mitteile. Dieser hielt einen Vortrag in Mannheim, worauf ich ihm dann folgende Email schrieb:

    „Sedat, I found your presentation very interesting and inspiring although because of my special situation as an immigrant to Germany I certainly have other interests and hopes about the future of Turkey. As you know the situation in Germany is not what I would call a safe situation (NSU) and discrimination is everywhere, I told you about my experience when I wanted to work in a kindergarten. [Anmerkung: Ich durfte aufgrund meines muslimischen Glaubens dort nicht arbeiten, der Kindergarten hatte einen christlichen Träger]

    If things get worse it is good to know that there is a country where I can go, the country that was already a safe haven for my parents as they fled Yugoslavia. Therefore I am certainly more conservative and willing to keep Turkey as a beacon of freedom, a land that always gave homeland for persecuted people, not only from the balkans but also for the Kurds, when Saddam was gassing them in Halabja, not only with pepper spray, you know. The same with the Syrians, they all find a safe haven in Turkey, a land like a rock in a rough sea. You see, I love Turkey, I will always love Turkey, even if I am not a Turk myself but an Albanian from former Yugoslavia and have now a German passport.“

  23. Schade, dass dein Blog keine Edit-Funktion hat, der letzte Absatz sollte heissen: „…denn es ist dieser fundamentale Unterschied, der deinen Vergleich ad absurdum führt.“

  24. Lieber Frank, nichts an deiner Kritik gegenüber Erdogan stimmt, denn du blendest die Tatsache aus, dass das Vorgehen Erdogans absolut gerechtfertigt und angemessen war angesichts von 90 zerstörten Bussen, 340 zerstörten PKWs, tausenden eingeworfener Fensterscheiben, ganz zu schweigen von den Angriffen der Demonstranten gegenüber den Polizisten, sowohl mit Steinen als auch mit Brandbomben.

    Aber nicht nur die gewalttätige Art der Demonstranten unterschlägst du, sondern auch die Tatsache, dass diese Demonstranten den Rücktritt einer gewählten Regierung verlangt haben. Hingegen demonstrieren die Ägypter für eine Wiedereinsetzung einer gewählten Regierung. Und diesen Unterschied zu verschweigen, dies diskreditiert deinen Artikel, denn es ist dieser fundamentale Unterschied, der deinen Argumentation ad absurdum führt.

  25. Leider muss ich immer wieder kopfschüttelnd erkennen, wie wenig viele von dem was sie schreiben wissen. Da werden Äpfeln mit Birnen verglichen. Wer noch nicht einmal die Gezi-Proteste entschlüsseln konnte und danach eine kleine Demonstration Pro-Mursi mit jenen Protesten des Gezi-Parks vergleicht, sorry der hat von Nichts ne Ahnung. Eine Frage: Ist ein englisch sprechender Gezi-Protestler mehr wert als ein nicht englisch sprechender Pro Mursi Demonstrant? Ich weiß nicht was Sie damit sagen wollen und kann Ihrer Denkweise nicht ganz folgen deswegen die Frage… Und weil einige Erdogan-Plakate hochgehalten werden, sind Sie der Meinung dass die AKP hinter dieser Demo steckt? Um ehrlich zu sein bin ich echt enttäuscht, wenn Sie das glauben. Sie unterschätzen die AKP. Um nur zu sehen zu welcher Mobilisation die AKP im Stande ist empfehle ich Ihnen mal das letzte „Kazlicesme Miting“ der AKP in Istanbul zu sehen. Dann werden Sie auch verstehen was ich meine. Um auf die Gezi-Proteste zurück zu kommen, wenn Sie der Meinung sind, dass dort die Mitte der Gesellschaft gegen die Regierung demonstriert hat und viele gebildete Menschen auf der Straße waren. Dann frage ich sie, wie es sein kann dass dort radikale linke Randgruppen halb Beyoglu in Brand gesetzt haben und westliche Medien davon nichts berichtet haben? Und seit wann sind denn unangemeldete Proteste und große Menschenansammlungen ohne vorherige Genehmigung erlaubt? Sind sie in Deutschland erlaubt? Sind Demos die den öffentlichen Frieden gefährden in Deutschland erlaubt? Sind Molotof-Cocktails und Pflastersteine auf Polizisten schmeißen in Deutschland erlaubt? In demokratischen Gesellschaftssystemen liegt das Gewaltmonopol regelmäßig beim Staat, sprich bei der Polizei. Niemand hat das Recht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gefährden. Diesem Grundsatz wird bei Bedarf notfalls auch unter Einsatz unmittelbarer Zwangsmittel Geltung verschafft. Wer das nicht glaubt kann das weltweit auch in den fortschrittlichsten westlichen Demokratien der Welt sehen. Also woher diese Heuchelei?

  26. Man muss die wirtschaftlichen Hintergründe immer im Auge behalten. Was Flassbeck bei seiner Analyse übersieht, ist der exponentiale Bevölkerungszuwachs in Ägypten, der jeden Produktivitätszuwachs sofort auffrisst. Davon haben die Armen ohnehin nichts gehabt, sie blieben arm; 40 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als zwei Dollar pro Tag. – In der Türkei stellt sich die Lage anders dar. Zwar werden auch hier die Reichen immer reicher, aber Erdogans Politik hat tatsächlich großen Teilen unterprivilegierter Schichten den sozialen Aufstieg ermöglicht. Die einfachen Leute wählen ihn, weil er ihnen einen vorher unvorstellbaren Wohlstand beschert hat: eigene Wohnung zu günstigem Kredit, Kühlschrank, Fernseher, Bildung für die Kinder. Das ist sein Geheimnis – kurzgefasst. Im Gezi-Park waren völlig andere Leute, nämlich vor allem die säkulare, gut ausgebildete Mittelschichtsjugend. FN

  27. Lieber Cetin, was stimmt denn nicht an meiner Kritik? Ich schreibe zudem, dass Erdogan mit seiner Kritik am Westen recht hat, dass er sich leider aber selbst diskreditiert hat und seine Kritik damit entwertet. So ist es nun einmal. Mit Turkophobie hat das jedenfalls nichts zu tun. FN

  28. Betrüblich, kein Türkeibericht ohne Erdogan-Bashing in deutschen Medien, dieser Artikel macht da keine Ausnahme. Diese Erdogan-Hetze ist aber nicht nur betrüblich, sie ist bedenklich, denn sie ist gefährlich, sie befeuert das Bild von der angeblich ach so bösen türkischen Regierung und leistet somit einer abgrundtiefen Turkophobie in Deutschland Vorschub, an der gerade deutsche Medien, deutsche Politik und die deutsche Öffentlichkeit leiden.

  29. „Die tiefe Spaltung der nahöstlichen Gesellschaften muss jedem Sorgen machen, der sich eine friedliche Zukunft wünscht, auch und gerade in Europa. Auch in der Türkei wachsen antiwestliche Ressentiments, und obwohl Gesellschaft und Wirtschaft deutlich fortgeschrittener sind als in Ägypten, besteht auch hier die Gefahr, dass die Polarisierung zwischen Säkularen und Religiösen zunimmt. “ [Nordhausen]

    Haben die Ideologien nicht immer auch ganz reale wirtschaftlichen Grundlagen?

    Zufällig habe ich die letzte Rede von Muslembruder Mursi live übersetzt von Anfang bis Ende verfolgt. Und da hörte ich interessante Sachen. Als erstes hat Mursi große Fehler eingestanden und zum Ende der Rede hin Neuwahlen in einem halben Jahr angeboten. Dazwischen erzählte er von 32 Familien, denen fast alles im Land gehört. Diese Leute hätten sich seiner Politik verweigert und stattdessen ihr Kapital ins Ausland verbracht und so das wirtschaftliche Desaster im Lande bewußt herbeigeführt.
    Ich habe mich gewundert, dass Mursis Angebot von Neuwahlen in der deutschen TV-Berichterstattung später nie erwähnt wurde. Es folgte die Absetzung des gewählten Präsidenten und der Putsch durch das Militär wenig später.

    Jetzt wissen wir, dass das von den Amis hochgerüstete ägyptische Militär auch eine große wirtschaftliche Rolle im Land der Pharaonen spielt. Die ägyptischen Obristen sind schwerreich und besitzen die größten Unternehmen im Land. Es heißt das ägyptische Militär kontrolliere 40% des Nationalproduktes des Landes.
    An dieser Stelle möchte ich Heiner Flassbeck zitieren, der uns etwas über die Vorgeschichte der „Arabellion“ erzählen kann: „Die Politiker in vielen nordafrikanischen Ländern rühmten sich vor den revolutionären Ereignissen der letzten Jahre ob ihrer großen wirtschaftlichen Erfolge. Fünf bis sieben Prozent Wachstum habe man zumeist in den 2000er Jahren erzielt und damit einen Aufholprozess fast in asiatischem Tempo vorzuweisen. Wenn man fragte, und wir haben bei UNCTAD oft nachgefragt, wohin die Einkommen geflossen seien, bekam man in der Regel keine klare Antwort. Es ist aber absolut klar, dass ein Land, das ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von sieben Prozent hat, einen erheblichen Produktivitätsfortschritt aufweist. Als Faustregel kann man nehmen, dass etwa drei Viertel des Wachstums auf Produktivitätserfolge zurückzuführen sind und nur ein Viertel auf den Zuwachs der Beschäftigung (die beide zusammen definitionsgemäß das Einkommen ausmachen). Bei einem Produktivitätszuwachs von fünf Prozent, der der Bevölkerung über steigende Reallöhne zugute gekommen wäre, hätten die Einkommen der meisten Menschen in den nordafrikanischen Ländern kräftig steigen müssen. Aber auch in den offiziellen Statistiken suchte man diese Verbesserung der Lebensbedingungen vergeblich.“
    In dieser Konstellation erfolgte der Machtwechsel in den nordarabischen Ländern. Er war begleitet von einem massiven Währungsverfall nach außen und einer Explosion der Preise im Inneren der Länder.
    „Das entscheidende Problem, das jede neue Regierung zu lösen hat, ist die Stabilisierung ihrer Währung. Da fast alle Länder in einer ähnlichen Situation wie Nordafrika vor der Revolution (sofern sie nicht über großen Ölreichtum verfügen) Leistungsbilanzdefizite aufweisen, sind sie auf eine Finanzierung durch die internationalen Kapitalmärkte angewiesen. Diese wird schwieriger, je schwächer die eigene Währung ist, eine Konstellation, die mit revolutionären Unruhen regelmäßig einhergeht. Normalerweise reichen die Devisenreserven nicht aus, um effektiv am Devisenmarkt zu intervenieren. Zupackende Kapitalverkehrskontrollen sind entweder vom IWF untersagt (selbst wenn die IWF Statuten sie erlauben) oder sind schwer zu implementieren und durchzusetzen. Unterstützung gibt es in diesem Fall – und das ist keine Übertreibung – nur vom IWF auf dieser Welt, weil praktisch alle anderen potenziellen Geldgeber ihre Hilfe von der Existenz eines IWF-Programms abhängig machen. Ägypten zum Beispiel hat bis zuletzt mit dem IWF um einen Beistandskredit von vier Milliarden US-Dollar gerungen, weil die Regierung, obwohl ohne eigenes wirtschaftspolitisches Konzept, nicht ohne weiteres die Bedingungen des IWF akzeptieren wollte.“
    In diese Analyse passt wie die Faust aufs Auge Merkels Antwort auf Mursi, als dieser die Kanzlerin vor einem halben Jahr in Berlin besuchte und Beistandskredite für sein Land erbat. Madame sagte: Nein, kein Geld für Ägypten.

    PS. Kann es sein, dass auch am „türkischen Wirtschaftswunder“ der letzten Jahre nur die wenigsten Türken wirklich teilgenommen haben, selbst oder gerade weil sie einen Job hatten? Und ist hier nicht der tiefere Grund für die Ereignisse rund um den Gezi-Park zu suchen ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.