Wie auf dem Wannsee

Gestern Abend bin ich von einer Reportagereise an die Ägäis-Küste zurückgekehrt und stelle nun fest, dass es in Istanbul inzwischen genauso heiß ist wie dort (weit über 30 Grad). Also Sommer. Schulferien sind ohnehin schon seit ein oder zwei Wochen, mir fehlt das Jauchzen und Kreischen von der gegenüberliegenden Schule bereits sehr. Es weht auch praktisch kein Wind, sodass jenes wunderbare Schauspiel, das man hier sonst am Wochenende bestaunen kann, heute wohl ebenfalls ausfällt: Massensegeln auf dem Bosporus. Als ich das vor einem Monat etwa zum ersten Mal sah, morgens nach dem Aufstehen gegen 10.00 Uhr, da fühlte ich mich plötzlich ganz heimisch.

„Mann, is ja wie zu Hause am Wannsee“, sachte ich zu meene Kleene (meiner Liebsten). Kein Quatsch: Bestimmt hundert kleine Segelboote kreuzten und halsten, dass es eine Freude war anzuschauen – und wir ihnen viel Glück wünschten bei den waghalsigen Ausweichmanövern, wenn ein Fährschiff oder gar ein Tankerriese sich gebieterisch dröhnend näherte und sie sich in dessen Fahrrinne verirrt hatten.

Seither haben wir die Segler praktisch jeden Sonnabend und Sonntag beobachten können. Sie kommen frühmorgens aus dem Marmarameer, vermutlich von den Prinzeninseln oder irgendwelchen Marinas und wuseln dann zwischen dem Kabataş-Fähranleger und der ersten Bosporusbrücke, wo die Aussicht auf Istanbul vom Meer her einfach unübertrefflich ist. Außerdem ist das Segeln dort, wie gesagt, durchaus anspruchsvoll. Man kann viel über die Vorfahrtsregeln auf dem Meer lernen. Aber heute fehlt nicht nur der Wind, es ist auch extrem diesig, weil die Sonne das Wasser verdunsten lässt.

Daher hier ein paar Ansichten vom vergangenen Wochenende: