Fluchtpunkt Zypern: Die Insel der Gestrandeten

Auf Zypern bleiben Asylanträge oft jahrelang unbearbeitet. Das Land hat gemessen an der Bevölkerungszahl mehr Geflüchtete aufgenommen als jeder andere EU-Staat – die Behörden wirken überfordert.

Das zyprische Erstaufnahmelager Pournara nahe Nikosia.

Es sei so friedlich an diesem Ort, sagt Shadi Al-Jasam leise auf die Frage, wie er sich fühle. „So sicher.“ Der 23-jährige Syrer ist zusammen mit seinem besten Freund Ibrahim Jadoh drei Tage zuvor im einzigen Auffanglager für Geflüchtete auf der Insel Zypern im östlichen Mittelmeer angekommen. Dem Krieg in der letzten syrischen Rebellenprovinz Idlib entronnen, wirken die beiden jungen Männer auf eine tastende, vorsichtige Weise entspannt. Das kleine Camp von Pournara mit Platz für rund 150 Menschen liegt am Rand eines hässlichen Gewerbegebiets nahe der Inselhauptstadt Nikosia. Es wird gerade umgebaut und erweitert. Al-Jasam und Jadoh sitzen an diesem heißen Septembertag unter einem Wellblechdach zusammen mit anderen Syrern aus Idlib, schwatzen und blicken auf eine Gruppe Afrikaner, die soeben in Zelte eingewiesen wird.

Ihre Heimat Idlib ist der neue Brennpunkt im syrischen Bürgerkrieg, und Zypern das erste Land, das die Auswirkungen zu spüren bekommt. „Es kommen jetzt wieder viel mehr Syrer an“, bestätigt Georgios Kouppas, der bullige Sicherheitschef des Erstaufnahmelagers, in dem die Neuankömmlinge drei Tage bleiben. Sie werden medizinisch untersucht, müssen ihre Fingerabdrücke abgeben, Fragebögen ausfüllen. Dann werden sie entlassen. Die Zahlen seien konstant hoch, sagt Kouppas. „Pro Tag kommen 50 bis 100 Leute.“

Georgios Kouppas, Sicherheitschef des Erstaufnahmelagers.

Zypern ist das jüngste Ziel des großen Flüchtlingstrecks nach Europa

Fluchtpunkt Zypern: Die drittgrößte Mittelmeerinsel ist das jüngste Ziel des großen Flüchtlingstrecks nach Europa. Bis vor zwei Jahren galt sie als unattraktiv, weil sie zwar zur EU, aber nicht zum Schengen-Raum gehört, was die Weiterreise erschwert. Doch seit die Balkan- und vor allem die zentrale Mittelmeerroute nach Italien weitgehend dicht sind, haben Menschenschmuggler Zypern als neuen Weg entdeckt, um Flüchtlinge nach Europa zu lotsen – über das türkisch besetzte Nordzypern in den griechischen Teil der Insel. Die Migranten kommen mit Booten aus der nahen Türkei, aus dem Libanon oder mit dem Flugzeug aus Istanbul.

Die jungen Syrer, beide mit modisch gestutztem Vollbart, haben sich bewusst für Zypern entschieden, weil sie wissen, dass auf der Insel bereits viele Landsleute leben. „Sie haben uns erzählt, dass man Flüchtlinge hier willkommen heißt“, berichten sie. Sobald die Aufnahmeformalitäten erledigt sind, wollen sie möglichst schnell Geld verdienen, um auch ihren Eltern und Geschwistern einen Weg aus der Bombenhölle von Idlib zu ermöglichen. Ihre Dörfer seien zerstört, zahlreiche Angehörige bei den Angriffen von Kampfjets des syrischen Regimes getötet worden, berichten sie.

Ibrahim Jadoh (l.) und Shadi Al-Jasam sind aus Idlib entkommen.

Während sich der Student Al-Jasam das Geld für die Schlepper zusammenborgen musste, war es dem Bauernsohn Jadoh noch gelungen, vor der Flucht das Land seiner Familie an Mafiosi zu verkaufen – „für einen Appel und ein Ei“, wie er zornig sagt. Die Freunde bezahlten Schleppern je 800 US-Dollar für den Weg ins südtürkische Hatay. Über die Hafenstadt Mersin gelangten sie anschließend mit einem Schleuserboot nach Nordzypern, von dort über die grüne Grenze in den griechischen Süden, Kostenpunkt je 4500 Dollar. „Das Boot war überfüllt, es war sehr gefährlich“, erzählt Jadoh.

7761 Geflüchtete beantragten laut offiziellen Zahlen im vergangenen Jahr Asyl in der Republik Zypern – fast doppelt so viele wie 2017. Seit Jahresbeginn stieg die Zahl auf rund 1000 Gesuche pro Monat. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kommt die Hälfte der Geflüchteten aus asiatischen Ländern wie Bangladesch, Indien oder Pakistan, rund 30 Prozent aus Syrien, die übrigen aus Afrika. Rund 11 000 Menschen sind offiziell als Flüchtlinge registriert, mehr als 15 000 Asylanträge der letzten drei Jahre noch unbearbeitet. Pro Kopf der Bevölkerung hat die griechische Republik Zypern mit ihren knapp 860 000 Einwohnern mehr Geflüchtete aufgenommen als jeder andere EU-Staat. Dabei hat das Land bereits eine lange Geschichte von Flucht und Vertreibung.

Als die Insel 1974 nach einem griechischen Putsch und einer folgenden türkischen Invasion geteilt wurde, flohen Zehntausende Menschen in die jeweils andere Hälfte. Mitten durch die Insel und ihre Hauptstadt verläuft seither die sogenannte Green Line, die von UN-Soldaten bewacht wird. In der nur von der Türkei anerkannten „Türkischen Republik Nordzypern“ existiert keine Flüchtlingspolitik, und zum Auftrag der Vereinten Nationen gehört es nicht, Einwanderer am Grenzübertritt zu hindern.

Demonstration von Asylbewerbern in Nikosia für Arbeitsmöglichkeiten und gegen Rassismus im April 2019.

In der pittoresken, teils baufälligen Altstadt von Süd-Nikosia prägen Migranten inzwischen das Straßenbild. Auch Agnes, Cliff und Kingsley haben zunächst in Alt-Nikosia gewohnt. Die drei Afrikaner sind Mitte 20, kommen aus der Stadt Kumba im westafrikanischen Kamerun und flohen vor einem brutalen Bürgerkrieg. „Im letzten November erschossen Soldaten meinen Vater und brannten unser Haus nieder“, erzählt Agnes bei einem Treffen in einem Altstadt-Café. Die zierliche Frau gehört wie ihre beiden Freunde zur christlichen englischsprachigen Minderheit Kameruns, die unter Angriffen der christlichen französischsprachigen Mehrheit leidet. „Meine Mutter ist mit meinen zwei Schwestern in den Busch geflüchtet“, sagt Agnes. Sie weiß nicht, wie es ihnen geht. Im Busch funktioniert kein Handynetz.

Agnes übernahm den Auftrag, eine Zuflucht für die Familie zu finden. Sie lieh sich 4000 Dollar von verschiedenen Freunden und wurde mit einem „Agenten“ handelseinig, der ihr im März das Flugticket und ein „Reisepaket“ organisierte. „Der Agent sagte, Zypern liegt in Europa, da bist du sicher und bekommst ein Stipendium zum Studieren.“ Am nächsten Tag landete sie in Istanbul, wo sie ein anderer „Agent“ in Empfang nahm und in eine Maschine zum Flugplatz Ercan in Nordzypern setzte. Für die Türkei brauchen Kameruner kein Visum. „Damals erfuhr ich, dass ich auf einer Insel gestrandet war“, berichtet Agnes. „Es gab keinen Studienplatz, kein Stipendium, keine Wohnung. Ich war verzweifelt.“ Drei Tage später brachte sie ein weiterer „Agent“ über die Green Line nach Süd-Nikosia. In Nikosia traf sie Cliff und Kingsley, zwei Jugendfreunde aus Kumba, die es auch nach Zypern geschafft hatten. Die drei unterstützen sich gegenseitig.

Einige Tage später, im Dorf Akaki – 20 Kilometer westlich von Nikosia. Cliff und Kingsley haben einen Tagesjob bekommen. Sie fegen und putzen eine kleine Metallwerkstatt für je 20 Euro Lohn. „Immer noch besser, als den ganzen Tag zu Hause herumzusitzen“, sagt Cliff, ein schmaler, sensibler junger Mann. Beide flohen aus Kumba, nachdem auch ihre Väter von Milizionären ermordet worden waren. Von den drei Freunden ist Cliff am längsten auf Zypern, aber es ist ihm immer noch nicht gelungen, das obligatorische „Interview“ mit dem Asyl-Amt zu führen und die Bescheinigung für den gesicherten Flüchtlingsstatus zu bekommen, der ihm ermöglichen würde, zu arbeiten und ins EU-Ausland zu reisen. „Sie vertrösten mich immer wieder.“

Cliff (l.) und Kingsley sind vor dem Bürgerkrieg in Kamerun geflohen.

Ohne den Schein dürfe er aber nur simple Arbeiten verrichten, berichtet Cliff. Er würde gern sein Pharmaziestudium fortsetzen, aber das erscheint angesichts der hohen Studiengebühren aussichtslos. Auch dem gelernten Elektriker Kingsley gefällt Zypern eigentlich. „Wenn ich nur in meinem Beruf arbeiten könnte!“, sagt er. Nachdem sie monatelang von einer überfüllten Flüchtlingswohnung zur nächsten gezogen waren, haben Cliff und Kingsley es immerhin geschafft, ein Zimmer für 400 Euro monatlich zu mieten. Doch die staatliche Unterstützung von insgesamt 360 Euro pro Kopf reicht nicht zum Überleben, und Gelegenheitsjobs sind rar.

Zypern: Schwarzarbeit, Prostitution und Kleinkriminalität boomen

Weil der Staat die Geflüchteten sich selbst überlasse, boomten Schwarzarbeit, Prostitution und Kleinkriminalität, erklärt Doros Polykarpou, Chef einer der wenigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich auf Zypern für Migranten einsetzen. Sein Verein „Kisa“ mit elf Mitarbeitern bietet Flüchtlingen kostenlose Rechtshilfe an. „Das Hauptproblem ist, dass die Regierung keine Strategie hat“, sagt der hagere Zyperngrieche.

An diesem Tag sitzt Polykarpou im Hofdurchgang seines Altstadt-Büros zusammen mit einer dreiköpfigen kurdischen Familie aus dem Nordirak. Nach ihrer Ankunft vor einem Jahr waren sie obdachlos und protestierten dagegen mit einem Hungerstreik vor dem Innenministerium. Als die Presse darüber schrieb, lenkte der Minister ein. „Man besorgte ihnen ein Hotelzimmer, aber das ist keine Dauerlösung. Sie brauchen eine bezahlbare Wohnung und die ist schwer zu finden“, sagt Polykarpou. „Bis vor zwei Jahren kannten wir gar keine Obdachlosigkeit auf Zypern. Jetzt sieht man überall Flüchtlinge in Parks und Hausruinen schlafen.“

Doros Polykarpou (Mitte) im Gespräch mit der kurdischen Familie.

Der Aktivist hat beobachtet, dass fast alle Geflüchteten auf Zypern unter dem Existenzminimum leben. „Falls sie einen Job finden, werden sie oft gnadenlos ausgebeutet. Viele Frauen sind gezwungen, sich zu prostituieren.“ Zudem errichte die Bürokratie schwer überwindbare Hürden. Drei bis fünf Jahre dauere es, bis ein Asylantrag beschieden werde. Wird er abgelehnt, hilft Polykarpos den Asylbewerbern, das Urteil anzufechten. „Aber im letzten Jahr wurden von Hunderten Einsprüchen nur sieben positiv beschieden! Viele Flüchtlinge tauchen unter in die Illegalität.“ Polykarpou räumt zwar ein, dass Zypern ein Problem mit starker Einwanderung habe. „Aber eigentlich brauchen wir die Migranten sogar, weil die zyprische Bevölkerung überaltert ist. Die Hoteliers, die Gastronomen, die Bauern – alle beschweren sich, dass ihnen Personal fehlt.“

Ganz ähnlich redet Andreas Varnavas, seit einem Jahr Chef des einzigen staatlichen Flüchtlingslagers Zyperns in Kofinou, eine halbe Autostunde vom Badeort Larnaka entfernt. Varnavas ist ein erfahrener Verwaltungsmanager, der dort 55 zu Wohnräumen umgebaute Stahlcontainer mit 400 Betten betreut, von denen derzeit 250 belegt sind. „Wir werden einer alleinerziehenden Mutter nicht zumuten, mit fremden Menschen zusammenzuleben“, sagt der 50-jährige Lagerleiter. „Aber natürlich bräuchten wir mehr Platz.“

Der Lagerchef lädt zu einem Rundgang ein, zeigt die Küchen- und den Bibliothekscontainer, verweist stolz auf zwei Spielplätze für Kinder. Zwar gebe es auch Probleme – vor allem wegen der einsamen Lage des Camps. „Die Flüchtlinge leiden an der verordneten Untätigkeit. Aber wir arbeiten mit NGOs zusammen, die ihnen hier Griechisch-, Theater- oder Computerkurse anbieten“, erklärt Varnavas und macht seinen Besucher mit dem Ehepaar Ali und Azita, beide Anfang 30, bekannt.

Die zwei Iraner aus Teheran reisten ganz legal als Touristen ein und baten dann um politisches Asyl. Sie haben neun Monate auf ihr „Interview“ mit dem Asyl-Amt gewartet. „Jetzt haben wir zwar einen Termin, aber hier passiert alles im Schneckentempo“, klagt die Softwareingenieurin Azita. Der frühere Firmenmanager Ali wird im Iran mit Haftbefehl gesucht, weil er ein Tagebuch-Blog führte, in dem er auch israelfreundliche Videos publizierte. Er hat für die allgemeine Lage nur Sarkasmus übrig. „Wir leben inmitten von Käfern und Kakerlaken, die Toiletten sind eklig, und die Langeweile erstickt dich.“

Andreas Varnavas, Lagerchef von Kofinou.
Azita, Ali und ein weiterer iranischer Flüchtling im Kofinou-Lager.
Wohncontainer im Lager von Kofinou.

Andreas Varnavas kann die Geflüchteten bis zu einem gewissen Grad verstehen. „Die Leute versauern hier und bekommen psychische Probleme. Dabei sind sie oft gut ausgebildet“, sagt er. Ginge es nach ihm, so würde er die meisten sofort in Lohn und Brot bringen. „Wenn wir doch nur endlich die Bürokratie beschleunigen könnten“, seufzt er.

Der gewaltige Rückstau von 15.000 unerledigten Asylanträgen sei die größte Herausforderung, bestätigt in Nikosia die Projektkoordinatorin Emilia Strovolidou vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Nikosia. „Die Ämter sind völlig unterbesetzt.“ Sie kritisiert auch die 2014 verfügte Familiennachzugssperre für Flüchtlinge, die keinen sicheren Asylstatus haben – also fast alle. „Das ist unmenschlich und verfehlt den Zweck, denn die Leute kommen trotzdem.“ Leider reagierten viele Zyprioten sehr negativ auf den massiven Zustrom von Geflüchteten. „Die Leute sagen, es kämen zu viele Migranten, sie brächten Kriminalität mit sich, sie würden absichtlich von der Türkei geschickt.“ Das habe auch mit der populistischen Rhetorik von Politikern zu tun. „Dabei kennen wir Flucht und Vertreibung aus eigener Erfahrung. Unser Grundproblem ist: Es gibt keine kohärente Integrationspolitik.“

Emilia Strovolidou vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Nikosia.

Konfrontiert man den südzyprischen Innenminister Constantinos Petrides mit der Kritik, wird er fuchsig. „Leider gibt es hier wie in anderen Ländern Organisationen, die am liebsten all diese Menschen integrieren wollen.“ Das aber sei auf der kleinen Insel unmöglich, sagt der 45-jährige stämmige Politiker der konservativen Regierungspartei Disy in seinem riesigen Büro in einem alten englischen Kolonialgebäude. „Die Masseneinwanderung überfordert unser System. Wir können das nicht mehr allein schultern.“ Im August hat Petrides deshalb einen SOS-Brief an die EU-Kommission und alle Mitgliedsstaaten geschickt und sie darum gebeten, seinem Land 5000 Flüchtlinge abzunehmen. Die Reaktion? „Wir sehen keine wirkliche Solidarität.“

Innenminister Constantinos Petrides in seinem Büro in Nikosia.

Zwar unterstütze die EU bereits viele Projekte mit Millionen Euro, Dolmetschern und Fachkräften. Aber der Innenminister weiß auch, dass Zypern ein einmaliger Problemfall ist. Ja, die Green Line sei löchrig wie ein Sieb, gesteht er ein. Für ihn steht aber außer Zweifel, wer die Schuld daran trägt: die Türkei. „Praktisch alle Flüchtlinge kommen über die Türkei“, knurrt Petrides. Die Regierung in Ankara wäre verpflichtet, das Loch zu schließen. „Aber sie tut es nicht.“. Und da das oberste Staatsziel Südzyperns die Wiedervereinigung ist, komme der Bau eines massiven Zauns wie in Ungarn „niemals“ infrage. Die Lage sei komplex, räumt der Minister ein, und eigentlich nur durch die Wiedervereinigung Zyperns zu lösen.

Zypern: Der globale Migrantenstrom immer näher

Doch das große Staatsziel rückt in immer weitere Ferne und der globale Migrantenstrom immer näher. Zyperns Politiker kennen die gefährliche Dynamik, weshalb sie das Thema am liebsten ganz ignorieren. Eine Ausnahme ist die Abgeordnete Skevi Koukouma von der oppositionellen sozialistischen Akel-Partei. Kürzlich hat sie sich intensiv mit der Lage Tausender Frauen von den Philippinen befasst, die seit Jahren als Haushaltshilfen auf Zypern arbeiten und trotzdem fast rechtlos sind. Als im Frühjahr bekanntwurde, dass ein Serienmörder fünf ausländische Hausangestellte umgebracht hatte, die Polizei aber alle Fahndungshinweise ignoriert hatte, habe der Skandal „wie ein Wecksignal gewirkt“, sagt sie. „Die toten Filipinas hoben den Umgang mit Migranten auf die nationale politische Agenda.“ Selbst die Regierung sehe Migranten in erster Linie als Bedrohung an. „Das schürt die Fremdenfeindlichkeit, die jene Populisten anheizen, die von einer ‚reinen‘ Insel ohne Muslime und Afrikaner fantasieren.“

Abgeordnete Skevi Koukouma von der oppositionellen sozialistischen Akel-Partei.

Eine solche Forderung spricht nicht nur der jahrtausendelangen, von Einwanderern geprägten Geschichte Zyperns Hohn. Sie widerspricht auch der Verfassung, die eine Wiedervereinigung des griechisch-christlichen und türkisch-muslimischen Inselteils vorsieht. „Integration ist unser gesetzlicher Auftrag“, sagt Skevi Koukouma. Auch ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass ein EU-Projekt jetzt erstmals Integrationskurse anbietet, in denen Geflüchtete Griechisch lernen und mit der zypriotischen Geschichte und Kultur vertraut gemacht werden. Cliff und Kingsley aus Kamerun gehören zu den ersten, die den Kurs besuchen. „Sie haben uns erklärt, wie die Gesetze Zyperns funktionieren, und wie man hier Erfolg haben kann“, berichtet Cliff. „Aber sie haben auch gesagt, dass wir keine Firmen gründen dürfen. Wie sollen wir aber dann Erfolg haben?“ Er hebt die Schultern und schüttelt den Kopf.

Fotos: Frank Nordhausen

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Der leise Brückenbauer

Einen schöneren Platz hätte Erdoğan Altındiş für sein Projekt am Bosporus kaum finden können. Die würdig gealterte Suriye Pasaje ist einer jener mondänen Orte, die an ein Istanbul erinnern, das immer mehr zu verschwinden scheint. Die mehr als hundert Jahre alte „Syrien-Passage“ steht am westlichen Ende der belebten Einkaufsstraße Istikal Caddesi im einstigen Viertel der Griechen, Armenier und Juden auf der europäischen Stadtseite. Heute gehört die Gegend zum Stadtviertel Beyoğlu, sie ist noch immer beliebt bei Touristen aus aller Welt.

Die Drachen in der Suriye Pasaje

Wenn Altındiş aus dem Fenster auf die Straße blickt, sieht er den Zug zehntausender Menschen, die jeden Tag an der Passage entlang flanieren. Genau hier versucht er, mit einer ungewöhnlichen Ausstellung, sich und andere zum Erinnern anzuregen an die Kindheit – ihre Kindheit – um einen anderen Zugang zur Gegenwart zu gewinnen, auch zum Verhältnis von Türken und Deutschen. An der Fassade und im rechteckigen Innenhof der achtstöckigen Passage sind hundert leuchtend bunte, hexagonförmige Drachen aufgehängt. Ein Blickfang, zugleich wesentlicher Teil der Kunstaktion.

Drachen steigen zu lassen hat der Künstler schon als Kind geliebt, „weil sie die Gedanken fliegen lassen“, wie der 55-Jährige sagt. Vielleicht auch, weil sie ihm erlaubten, für eine Zeit zu vergessen, dass er wegen der Folgen seiner zunächst unbehandelten Kinderlähmung auf Krücken angewiesen war. In der deutsch-türkischen Community Istanbuls ist er eine Institution. Im Kulturverein Supa (Suriye Pasaje), den er mit seiner Frau Gabi Kern-Altındiş betreibt, geben regelmäßig deutsche und türkische Journalisten, Künstler, Architekten Einblicke in ihre Erfahrungswelten. Ebenso bekannt ist seine Firma Manzara (Ausblick), die Wohnungen am Bosporus und Häuser an der türkischen Ägäisküste vermietet.

Die Sichtweise ändern

Das Ausstellungsprojekt „Özlem“ – Sehnsucht – ist ein allegorischer Gang durch die Welt des Erdoğan Altındiş, den es aus dem tiefsten Anatolien als Kind nach München verschlug, und von München wieder in die Türkei, wo er seit 15 Jahren vorwiegend lebt. Es ist ein leiser, poetischer Weckruf gegen die Härte der Gegenwart in der Türkei. „Viele Menschen, die etwas verändern wollten, haben resigniert“, sagt Altındiş in seinem bayerisch gefärbten Deutsch. „Viele gute Leute, auch Künstler, haben das Land verlassen. Ich habe mich gefragt, wie kann es mit uns weitergehen? Wie könnte man aus der Negativität ausbrechen?“.


Erdoğan Altındiş und seine Frau Gabi Kern-Altındiş in ihrem Büro in der Suriye Pasaje

Seine Idee war, die Sichtweise zu ändern. „Was wäre, wenn wir uns einfach vorstellten, noch einmal Kinder zu sein? Kinder spielen miteinander, ohne zu fragen, ob jemand Muslim oder Christ ist, behindert oder gesund. Ihre Gedanken sind frei und unbelastet.“ Das kindliche Spiel erlaube Grenzüberschreitungen, Ideen bunt wie die farbigen Schals und Oberhemden, die er so liebt. „Es ermöglicht uns, Dinge auszuprobieren, sich heranzutasten.“

Die Last mitleidiger Blicke

Und wirklich hat seine Schau etwas Spielerisches – das mit einer dahinter liegenden Bedeutungsschwere kontrastiert. „Ich will die Leute emotional berühren“, sagt Altındiş. Im langen Eingangsflur zieht ein Istanbuler Stadtplan am Boden die Besucher hinein und lenkt sie in die links und rechts abgehenden Räume. Hunderttausend glitzernde Glasmurmeln unter einer Glasschicht bilden das „Wasser“ des Goldenen Horns, über das man laufen kann, bis man am Ende an einem Fenster steht und auf den realen Bosporus sieht. „Murmeln waren die Währung meiner Kindheit“, sagt Altındiş. Hebt man den Blick, sieht man auf monochrom gemalte Istanbul-Bilder des Künstlers.

Auf Glasmurmeln über das Goldene Horn

Die erste Installation gilt seiner zentralanatolischen Geburtsstadt Kayseri. In Holzkisten liegen Kindheitsspielzeuge – Knochen, Kupferkabel, Kanisterdeckel, Zigarettenschachteln, Murmeln – an den Wänden hängen Bilder der Stadt mit dem sie überragenden Erciyes-Berg. Den Besuchern kaum zu vermitteln ist allerdings die „Last und Qual mitleidiger Blicke und der Intoleranz“, die ihm als behindertem Kind das Leben schwer machten. „Diese brutalen Blicke in Kayseri erzeugten das Gefühl, arm zu sein und immer von Almosen anderer leben zu müssen. Das war jedenfalls die größte Sorge meiner Mutter.“ Altındiş lacht. „In der Türkei wurden Kinder zwar geimpft, aber bei mir wurde es versäumt. Ich hatte immer große Probleme, mich zu bewegen.“

Altındiş‘ Leben änderte sich von Grund auf, als er 1973 im Alter von zehn Jahren nach München kam. Sein Vater war zwei Jahre zuvor als Gastarbeiter nach Deutschland gegangen. Als er den Sohn in der Hoffnung nachholte, dass deutsche Ärzte die Folgen der Polio lindern könnten, waren eigentlich nur drei Monate geplant. „Daraus wurde dann mein ganzes Leben.“ Altındiş hält einen Moment inne. „Ich bin meinem Vater ewig dankbar dafür.“

Nachgebauter Barackenraum

Im „München-Raum“ der Ausstellung steht ein Doppelstockbett aus Metall. Hier hat der Künstler den Raum in der Barackensiedlung einer Münchener Großbaustelle nachgestellt, in dem er mit vier türkischen Gastarbeitern die ersten Monate in Deutschland verbrachte. Von der Sehnsucht der Männer in der Fremde erzählen die Familienfotos an den Wänden, ein Radio, alte Zeitungsartikel: die Eröffnung der ersten Bosphorusbrücke 1973, Berichte über die Ölkrise.

Der „München-Raum“ der Ausstellung

Ein vergilbtes Foto zeigt den kleinen Erdoğan mit seinem Vater in der Arbeiterbaracke. Glücklich lächelnd sitzen sie zusammen, der Vater im Anzug mit Schlips. Dem Sohn verkürzten damals „Bonanza“ im Fernsehen und die „Bravo“ die Tage, auch wenn er zunächst kein Wort Deutsch verstand. In der Ausstellung hat Altındiş alte Bravo-Hefte neben originalen, in die Türkei gesandten Sehnsuchts-Postkarten arrangiert.

Der Junge wurde damals mehrfach erfolgreich operiert. „Eines Tages tauchte im Barackenlager eine Frau vom Jugendamt auf und überwies mich in die Landesschule für Körperbehinderte“, erzählt Altındiş. Was zuerst bitter klingt, erwies sich als weiterer Glücksfall. In der Behindertenschule begriff der junge Türke, welche Chancen ihm das Leben in Deutschland öffnete: eine gute Ausbildung, Sprachenerwerb, Welt-Wissen. „Alle halfen mir, die türkischen Kollegen im Wohnheim, die Kinder in der Schule, die Ärzte. Aber ich habe mir auch immer sehr viel Mühe gegeben.“

Er lernte Deutsch, kam auf die Fachoberschule, fand mit seiner offenen Art Freunde und Unterstützer, die ihn im Alter von 16 Jahren vor der Abschiebung durch die Ausländerbehörde, der er „zu viel kostete“, bewahrten. Altındiş‘ Glück blieb ihm treu. Inzwischen wohnte er in einer Behinderteneinrichtung, in deren Aufsichtsrat Marianne Strauß saß, die Frau des bayerischen Ministerpräsidenten. „Sie setzte sich persönlich für mich ein und erreichte, dass ich bleiben durfte“, erzählt er. Den Rest erledigte sein unbändiger Ehrgeiz. „Ich wollte es in Deutschland schaffen und auf eigenen Beinen stehen.“ Trotz der Krücken – und das tat er. Zwar wollte er eigentlich Künstler werden, ließ sich aber von seinem Vater überzeugen, den Brotberuf Architektur zu studieren.

„Sehnsucht ist ein bereicherndes Gefühl“

1992 beantragte er den deutschen Pass. Als sich nach einigen Jahren in Münchner Architekturbüros die Chance ergab, eine Weile in Istanbul zu arbeiten, verliebte er sich in die Metropole, ihre Vielfalt, die Majestät ihrer Architektur. Ein Entschluss reifte. Er wollte in beiden Kulturen leben, in München und Istanbul. Denn da war etwas, das ihn stets zurückzog in die alte Heimat. „Die Sehnsucht nach der Kindheit“, sagt er.

„Sehnsucht“, der Titel, den er seiner Ausstellung gegeben hat, war das Gefühl, das ihn damals in München oft übermannte. Vor allem die Sehnsucht nach der geliebten Mutter, aber auch nach einer anderen Form von Lebensfreude. „Sehnsucht ist ein bereicherndes Gefühl. Aber wer kennt heute noch Sehnsucht, wo einen Smartphones jederzeit mit jedem verbinden?“.


Erdoğan Altındiş in seiner Ausstellung

1996 kaufte er sich eine kleine, verwahrloste Wohnung im alten Galata-Viertel nahe der Istiklal Caddesi. „Von jetzt an konnte ich beide Welten verknüpfen“, sagt er. Die Wohnung hat er nach seinen Ideen renoviert und umgebaut. Von seiner Terrasse aus sieht er das Meer und das Ballet der Fähren auf dem Bosporus, hört die Kirchenglocken und die Rufe des Muezzin zugleich, „das ist großartig und inspirierend“. Wenn er das sagt, spricht aus ihm nicht nur die Freude über die Multikulti-Stadt Istanbul – es schwingt auch der Stolz über das aus eigener Kraft Erreichte mit.

Pendeln zwischen München und Istanbul

Immer häufiger kamen nun Freunde zu Besuch, und Altındiş begann, die Wohnung zeitweise zu vermieten. Er kam auf die Idee, professionell Ferienwohnungen anzubieten in der Metropole, die in Deutschland inzwischen „Szenestadt“ genannt wurde. Er erwarb eine zweite Wohnung, ließ sie renovieren – und lernte darüber seine spätere Frau Gabi kennen, eine Innenarchitektin und ebenfalls aus München. „Sie schrieb mir, dass sie die Wohnung so schön fand, dass sie mich persönlich treffen wolle“, erzählt Altındiş. Sie passten gut zusammen. Gabi gab nach zwei Jahren ihren Job auf und zog 2008 fest zu ihm an den Bosporus. „Gemeinsam sind wir dann richtig erfolgreich geworden.“

Die Firma Manzara erfüllte auch Altındiş‘ Lebenswunsch: Kulturen und Menschen zu verbinden. Inzwischen pendeln seine Frau und er zwischen München und Istanbul. So deutsch er sich oft empfindet, er möchte auch das Türkische nicht missen, sagt Erdoğan Altındiş. „Die Tulpen im Frühling, die herrlichen Moscheen, die Tafel mit Freunden.“ Aus dem Dazwischen, sagt er, entstünden Energie, Spannung und Ideen.

Das Wort vom Brückenbauer klingt für Istanbul, diese Brücke zwischen Orient und Okzident, zwar abgenutzt, aber Erdoğan Altındiş ist wirklich einer, der Brücken baut – ein eher leiser Mensch, der gut zuhören kann. Zu seinen Ausstellungen und Veranstaltungen kommen „Weißkragen-Türken, aber genauso Studentinnen mit Kopftuch, Handwerker, Guerilla-Künstler und Transvestiten“, erzählt er, „und Deutsche.“

Viele Deutsche machten seit den „deprimierenden Entwicklungen“ und Krisen der letzten Jahre einen großen Bogen um die Türkei, politische Differenzen dürften menschliche Beziehungen aber nicht zerstören, meint der Künstler, der gegen jeden Trend in Istanbul geblieben ist, selbst als fast keine Feriengäste mehr kamen und er sich Sorgen machen musste, wie es weiter geht. Warum sind er und seine Frau nicht auch gegangen? „Weil dieses Land viel mehr ist als ein Staatspräsident“ entgegnet Altındiş. „Und gerade in Krisenzeiten entstehen ja oft die interessantesten und spannendsten Dinge.“

Die Türkei ist „mehr als ein Staatspräsident“

Er beharrt darauf, dass es möglich bleibe, in der Türkei zu leben und etwas zu bewegen, denn sie sei „vielfältiger als ihr Bild in den Medien“. Deshalb appelliert er auch an alle Deutschen, „jetzt erst recht“ in das Land zu fahren – als Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die sich für eine liberale Türkei einsetzen. „Ich glaube fest an die deutsch-türkische Brücke“, sagt er.

Womit wir wieder in der Ausstellung sind. Tritt man aus dem einen Gebäudeteil hinaus, gelangt man über eine luftige Brücke, die den Lichthof überspannt, auf die gegenüberliegende Seite und kann von oben auf die flatternden Drachen schauen. „Der Drache ist für mich das Symbol für das innere Kind, für Grenzenlosigkeit und Freiheit“, sagt Erdoğan Altındiş mit einem Lächeln. „Deshalb habe ich jedem einzelnen Menschen, der in den Häusern arbeitet und lebt, einen Drachen gewidmet. Ich wollte den Kindheitsgeist in ihnen erwecken.“

Eine Mitarbeiterin hat mit den meisten der 70 Mieter der Passage Interviews über ihr Leben, ihre Kindheit, ihre Träume geführt. Ein Raum in der Ausstellung ist ihnen gewidmet. Dort sind kleine Minidrachen mit Schnüren befestigt, die zu einem Schild mit einem Foto führen. Ein kurzer Text beschreibt die Person, auch mit ihren Kindheitserlebnissen, auf Türkisch: Café-Besitzer, Popsänger, Anwälte, ein Barbier aus Van in Südostanatolien. „In einer Gesellschaft, die sich immer mehr entfremdet, kommen die Menschen, geleitet von ihren kindlichen Sehnsüchten und Träumen, wieder zusammen“, sagt Altındiş fröhlich.

Die Idee funktioniert

Der Erfolg gibt ihm Recht, mehr als 3500 Menschen haben die Ausstellung seit November besucht. Altindis schätzt die Besucher auf 95 Prozent Türken, 70 Prozent jünger als 25 Jahre – und erlebte eine Überraschung. „Etwa ein Drittel sind Kinder der sogenannten neuen Mittelschicht, vor allem junge Frauen mit schön dekorativen Kopftüchern. Entgegen allen Vorurteilen interessieren sie sich sehr wohl für Kunst.“ Und sie beweisen, dass Altındiş‘ Ausstellungsidee, das „innere Kind“ zu erwecken, funktioniert. „Sie fühlen sich berührt, es gibt sogar welche, die weinen“, erzählt er.

Bis April werden die Drachen noch hängen, dann wird ein zweiter Teil des Ausstellungsprojektes von „Leidenschaft“ handeln, und anschließend ein dritter Teil den Titel „Brücke“ tragen. Einen Raum hat Erdoğan Altındiş für Menschen reserviert, die mit Wandfarben ihre eigene kindliche Energie neu entdecken und austoben wollen. Dort drückt er ihnen einfach Pinsel und Farbtopf in die Hand. „Mach mal“, sagt er. Fast alle machen dann.

Fotos: Erdoğan Altındiş (8), privat (1), Frank Nordhausen (1)

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